Haltbarkeit und Lagerung ätherischer Öle

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenextrakte – und wie alle Naturprodukte verändern sie sich mit der Zeit. Sauerstoff, Licht und Wärme setzen chemische Prozesse in Gang, die den Duft verfälschen, die Wirksamkeit mindern und im schlimmsten Fall Hautreizungen auslösen. Wer seine ätherischen Öle richtig lagert, schützt ihre therapeutische Qualität und verlängert ihre Nutzungsdauer erheblich.

Die Haltbarkeit ätherischer Öle variiert stark: Während Zitrusöle bereits nach ein bis zwei Jahren merklich oxidieren, reifen Harzöle wie Sandelholz oder Patchouli über Jahre nach und gewinnen dabei sogar an Dufttiefe. Entscheidend ist die chemische Zusammensetzung – genauer gesagt der Anteil an Monoterpenen, Sesquiterpenen und funktionellen Gruppen wie Estern oder Ketonen.

Ätherische Öle Haltbarkeit – Braunglas-Fläschchen richtig gelagert in dunkler Umgebung

Dieser Ratgeber erklärt, wie lange verschiedene Öl-Kategorien haltbar sind, wie Sie Oxidation erkennen und Ihre Sammlung fachgerecht aufbewahren. Sie erfahren außerdem, warum oxidierte Öle ein Sicherheitsrisiko darstellen und worauf Sie bei der Kennzeichnung achten sollten.

Auf einen Blick

  • Zitrusöle halten 1–2 Jahre, Harz- und Wurzelöle bis zu 8 Jahre und länger – die chemische Zusammensetzung bestimmt die Haltbarkeit.
  • Monoterpen-reiche Öle oxidieren am schnellsten: Limonen-haltige Öle wie Zitronen-, Orangen- und Kiefernöl sind besonders anfällig.
  • Oxidierte Öle können Kontaktallergien auslösen: Beim Zerfall von Limonen und Linalool entstehen Hydroperoxide, die als starke Hautsensibilisierer gelten.[1]
  • Dunkelglas, kühle Temperaturen und Luftabschluss sind die drei wichtigsten Lagerungsregeln.
  • Kühlschrankaufbewahrung kann die Haltbarkeit nahezu verdoppeln, besonders bei Zitrusölen.
  • Ätherische Öle sind leicht entzündlich – der Flammpunkt liegt bei den meisten Ölen zwischen 37 und 93 °C.

Wie lange sind ätherische Öle haltbar?

Die Haltbarkeit ätherischer Öle hängt von ihrer chemischen Zusammensetzung ab, nicht von einem einheitlichen Verfallsdatum. Öle mit einem hohen Anteil an Monoterpenen bauen sich schneller ab als solche, die überwiegend aus Sesquiterpenen oder Sesquiterpenolen bestehen.[2] Robert Tisserand, einer der führenden Experten für die Sicherheit ätherischer Öle, empfiehlt folgende Richtwerte bei kühler, dunkler Lagerung:

Öl-KategorieHaltbarkeitGrundBeispiele
Zitrusöle1–2 JahreSehr hoher Monoterpenanteil (über 90 % Limonen)Zitronenöl, Orangenöl, Grapefruitöl, Mandarinenöl, Limettenöl
Nadelöle2–3 JahreHoher Monoterpenanteil (α-Pinen, β-Pinen)Kiefernöl, Fichtenöl, Tannenöl, Zypressenöl
Kraut- und Blattöle2–3 JahreMischung aus Monoterpenolen, Oxiden und AldehydenTeebaumöl, Eukalyptusöl, Rosmarinöl, Thymianöl
Blütenöle3–5 JahreHöherer Esteranteil, chemisch stabilerLavendelöl, Neroliöl, Ylang-Ylang-Öl, Geranienöl
Harz- und Wurzelöle5–8+ JahreHoher Sesquiterpenanteil, nachreifendSandelholzöl, Patchouliöl, Vetiveröl, Weihrauchöl

Patchouliöl (Pogostemon cablin), Sandelholzöl (Santalum album) und Vetiveröl (Chrysopogon zizanioides) bilden eine Ausnahme: Bei korrekter Lagerung verderben sie nicht, sondern reifen nach – ähnlich wie guter Wein. Ihre Duftnoten werden mit den Jahren weicher, runder und tiefer.[3] Für therapeutische Zwecke empfiehlt es sich dennoch, diese Öle innerhalb von vier bis sechs Jahren zu verwenden, da sich einzelne Wirkstoffe trotz verbessertem Duft abbauen können.

Diese Richtwerte setzen eine sachgemäße Lagerung voraus. Bei Aufbewahrung auf einer sonnigen Fensterbank oder neben dem Herd kann ein Öl deutlich schneller altern als angegeben. Umgekehrt kann Kühlschrankaufbewahrung die Haltbarkeit nahezu verdoppeln.

Was passiert bei der Oxidation ätherischer Öle?

Oxidation ist der chemische Prozess, bei dem Sauerstoffmoleküle mit den flüchtigen Verbindungen eines ätherischen Öls reagieren und deren Struktur verändern. Sobald eine Flasche geöffnet wird und das Öl mit Luft in Kontakt kommt, beginnt dieser Vorgang – langsam, aber unaufhaltsam.[2]

Welche Öle oxidieren besonders schnell?

Monoterpene wie Limonen, α-Pinen und δ-3-Caren sind die oxidationsanfälligsten Verbindungen in ätherischen Ölen. Ihre Doppelbindungen reagieren bereitwillig mit Sauerstoff. Dabei entstehen Hydroperoxide, Epoxide und Endoperoxide – Abbauprodukte, die weder den ursprünglichen Duft noch die therapeutische Wirkung besitzen.[4]

Zitrusschalenöle bestehen zu über 90 % aus Monoterpenen (vor allem Limonen) und zählen deshalb zu den am schnellsten oxidierenden ätherischen Ölen. Eine Untersuchung an Zitronenöl zeigte, dass bei täglichem Luftkontakt innerhalb von 12 Monaten etwa zwei Drittel des Monoterpengehalts abgebaut wurden.[5] Weitere besonders anfällige Öle sind Teebaumöl (Melaleuca alternifolia), Kiefernöl (Pinus sylvestris) und Weihrauchöl (Boswellia spp.).

Welche Rolle spielen Licht und Temperatur?

Licht beschleunigt die Oxidation ätherischer Öle massiv. Turek und Stintzing (2012) lagerten Lavendel-, Kiefern-, Rosmarin- und Thymianöl unter verschiedenen Bedingungen und stellten fest, dass Lichteinwirkung die Zersetzung deutlich stärker förderte als allein erhöhte Temperatur.[6] Rosmarinöl reagierte besonders empfindlich: Die Monoterpenkomponente α-Terpinen sank bei 38 °C unter Lichteinfluss innerhalb von drei Wochen auf unter 10 % des Ausgangswerts.[7]

Auch Temperaturerhöhungen wirken sich spürbar aus. Als Faustregel gilt: Eine Temperaturerhöhung um 10 °C verdoppelt die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen näherungsweise. Lagern Sie Ihre Öle deshalb stets unter 25 °C – ideal sind 15 bis 20 °C.

Woran erkennen Sie, dass ein ätherisches Öl nicht mehr gut ist?

Ein oxidiertes ätherisches Öl verändert sich in Duft, Aussehen und Konsistenz. Diese Zeichen helfen Ihnen bei der Einschätzung:

  • Veränderter Geruch: Frische ätherische Öle riechen klar und charakteristisch. Oxidierte Öle entwickeln einen stechenden, ranzigen oder muffigen Beiton. Zitrusöle verlieren ihre spritzige Frische, Teebaumöl riecht scharf-chemisch.
  • Veränderte Farbe: Viele Öle dunkeln nach oder werden gelblicher. Ein plötzlicher Farbumschlag – etwa von klar zu bräunlich – deutet auf fortgeschrittene Oxidation hin. Bei manchen Ölen kann auch eine Aufhellung auftreten, wenn farbgebende Verbindungen zerfallen.
  • Trübung: Ein Öl, das früher klar war und nun trüb erscheint, hat sich chemisch verändert. Vorsicht: Einige Harzöle wie Myrrhe sind von Natur aus leicht trüb – hier ist die Veränderung entscheidend.
  • Veränderte Konsistenz: Manche Öle werden mit der Zeit zähflüssiger, andere dünnflüssiger. Beides kann auf chemische Umbauprozesse hinweisen.
  • Hautreaktion: Ein Öl, das früher gut vertragen wurde, aber nun Rötungen, Juckreiz oder Brennen verursacht, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit oxidiert.

Wenn Sie bei einem Öl unsicher sind, gilt: Im Zweifel nicht mehr auf der Haut anwenden. Oxidierte Öle lassen sich jedoch noch zum Putzen oder als Raumduft verwenden, sofern keine Haustiere im Haushalt leben.

Sind oxidierte ätherische Öle gefährlich für die Haut?

Oxidierte ätherische Öle stellen ein deutlich höheres Risiko für Hautreizungen und Kontaktallergien dar als frische Öle. Das liegt an den Abbauprodukten, die während der Oxidation entstehen – insbesondere an Hydroperoxiden.

Die Pionierstudie von Karlberg, Magnusson und Nilsson (1992) zeigte erstmals, dass nicht Limonen selbst, sondern seine Oxidationsprodukte starke Kontaktallergene sind.[1] Spätere Untersuchungen identifizierten Limonenhydroperoxide und Linaloolhydroperoxide als die entscheidenden Sensibilisierer.[8] Eine europäische Multicenter-Studie an über 2.200 Dermatitis-Patienten fand positive Patchtest-Reaktionen auf oxidiertes Limonen bei 3,8 bis 6,5 % der Getesteten.[9]

Teebaumöl ist ein weiteres Beispiel: Frisch destilliert gilt es als gut verträglich. Nach längerer Luftexposition bilden sich jedoch Peroxide, Epoxide und Endoperoxide, die als starke Sensibilisierer wirken.[10] Für eine ausführliche Übersicht aller Nebenwirkungen und Kontraindikationen ätherischer Öle lesen Sie den Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Wie lagern Sie ätherische Öle richtig?

Die richtige Lagerung schützt ätherische Öle vor den drei Hauptfeinden: Sauerstoff, Licht und Wärme. Mit wenigen Maßnahmen verlängern Sie die Haltbarkeit deutlich.

Dunkelglas verwenden

Bewahren Sie ätherische Öle ausschließlich in Flaschen aus dunklem Glas auf – bevorzugt Braunglas (Amber). Braunglas filtert über 90 % der UV-Strahlung, die den chemischen Abbau beschleunigt. Blauglas (Kobalt) ist ebenfalls geeignet, bietet jedoch etwas weniger UV-Schutz als Braunglas. Klarglas schützt nicht vor Licht und eignet sich daher nicht zur Aufbewahrung.

Vermeiden Sie Plastikflaschen: Die hochkonzentrierten Verbindungen in ätherischen Ölen greifen viele Kunststoffe an, lösen Weichmacher und verunreinigen das Öl. Ausnahme: PET-Behälter sind für verdünnte Mischungen kurzfristig akzeptabel.

Kühle, dunkle Lagerung: Welche Temperatur ist ideal?

Der ideale Temperaturbereich für die Aufbewahrung ätherischer Öle liegt zwischen 5 und 20 °C. Vermeiden Sie Temperaturen über 25 °C und starke Temperaturschwankungen.

  • Schrank oder Schublade: Ein kühler, dunkler Schrank abseits von Herd, Heizung und Fenstern genügt für die meisten Öle.
  • Kühlschrank: Besonders empfehlenswert für Zitrusöle und andere monoterpen-reiche Öle. Die Kühlung verlangsamt die Oxidation erheblich und kann die Haltbarkeit nahezu verdoppeln. Lassen Sie gekühlte Öle vor der Anwendung auf Raumtemperatur kommen, um Kondensation in der Flasche zu vermeiden.
  • Einfrieren: Möglich und der Qualität nicht abträglich. Beachten Sie, dass manche Öle bei tiefen Temperaturen trüb werden oder auskristallisieren – nach dem Auftauen normalisiert sich dies.

Luftkontakt minimieren

Verschließen Sie Flaschen sofort nach der Entnahme. Je länger der Deckel offen bleibt, desto mehr Sauerstoff dringt ein. Ein praktischer Tipp: Füllen Sie Öle aus halb leeren großen Flaschen in kleinere Fläschchen um. In einer 10-ml-Flasche, die nur noch 3 ml Öl enthält, steht das Öl 7 ml Luftraum gegenüber – das beschleunigt die Oxidation. Kleinere Gefäße mit weniger Kopfraum verlangsamen den Prozess.

Professionelle Hersteller arbeiten mit Stickstoffbegasung (Inertisierung), um den Sauerstoff in der Flasche zu verdrängen. Für den Heimgebrauch genügt das zügige Verschließen und das Umfüllen in kleinere Einheiten.

Angebrochene vs. ungeöffnete Flaschen: Wie groß ist der Unterschied?

Eine ungeöffnete, werksseitig verschlossene Flasche hält deutlich länger als eine, die regelmäßig geöffnet wird. Der Grund: Solange die Flasche versiegelt ist, ist die Menge an verfügbarem Sauerstoff minimal. Hochwertige Hersteller füllen zudem unter Schutzgas ab und lagern ihre Bestände gekühlt – das Öl erreicht Sie in bestmöglichem Zustand.

Nach dem ersten Öffnen beginnt der Kontakt mit der Umgebungsluft. Bei jedem weiteren Öffnen gelangt frischer Sauerstoff in die Flasche. Die Haltbarkeitsangaben in der Tabelle oben beziehen sich auf geöffnete Flaschen bei sachgemäßer Lagerung. Ungeöffnet und kühl gelagert können die Öle durchaus 50 bis 100 % länger halten.

Achten Sie beim Kauf darauf, bei Händlern zu bestellen, die ihren Bestand zügig umschlagen. Ein Öl, das zwei Jahre im warmen Lager stand, hat bereits vor dem Öffnen an Qualität eingebüßt. Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.

Sicher aufbewahren: Kinder, Haustiere und Brandschutz

Ätherische Öle sind hochwirksame Substanzen, die bei unsachgemäßer Aufbewahrung ernsthafte Gefahren bergen. Drei Aspekte verdienen besondere Beachtung.

Kindersicherheit

Ätherische Öle gehören für Kinder unzugänglich aufbewahrt – am besten in einem verschlossenen Schrank oder einer Aufbewahrungsbox. Schon wenige Milliliter können bei Verschlucken Vergiftungssymptome auslösen. Die kleinen Fläschchen mit ihren Tropfern üben auf Kinder eine besondere Anziehungskraft aus. Bewahren Sie sie mit der gleichen Sorgfalt auf wie Medikamente.

Haustiere schützen

Katzen fehlt ein Leberenzym (Glucuronyltransferase), das für den Abbau vieler ätherischer Öl-Bestandteile nötig ist. Bereits geringe Mengen bestimmter Öle können für Katzen toxisch sein. Lagern Sie Öle so, dass weder Katzen noch Hunde an die Fläschchen gelangen können – ein umgeworfenes Fläschchen auf dem Fell kann zu ernsthaften Vergiftungen führen. Stellen Sie auch offene Fläschchen nie in Reichweite von Haustieren ab.

Brandschutz: Ätherische Öle sind leicht entzündlich

Ätherische Öle bestehen aus flüchtigen organischen Verbindungen und sind brennbar. Ihr Flammpunkt – die Temperatur, bei der sich die Dämpfe bei Kontakt mit einer Zündquelle entzünden können – liegt bei den meisten Ölen zwischen 37 und 93 °C.[11] Zum Vergleich: Kerosin hat einen Flammpunkt von etwa 38 bis 72 °C. Bewahren Sie Öle deshalb stets entfernt von offenen Flammen, Herdplatten, Kerzen und Heizgeräten auf. Wischen Sie verschüttetes Öl sofort auf – getränkte Tücher können sich unter ungünstigen Umständen selbst entzünden.

MHD und PAO-Symbol: Was steht auf dem Etikett?

Auf ätherischen Ölen finden Sie je nach Hersteller und Verwendungszweck unterschiedliche Haltbarkeitskennzeichnungen.

Das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) gibt an, bis wann das Produkt bei sachgemäßer Lagerung seine volle Qualität behält. Es steht oft als „Mindestens haltbar bis" oder als Sanduhr-Symbol auf dem Etikett. Nach Ablauf des MHD ist das Öl nicht automatisch unbrauchbar – es bedeutet lediglich, dass der Hersteller die Qualität bis zu diesem Datum garantiert.

Das PAO-Symbol (Period After Opening) zeigt einen geöffneten Tiegel mit einer Zahl und dem Buchstaben „M" – etwa „12M" für zwölf Monate nach dem Öffnen. Es findet sich häufiger bei kosmetischen Mischprodukten als bei reinen ätherischen Ölen. Die PAO bezieht sich auf die Haltbarkeit nach dem ersten Öffnen und ist vor allem bei Öl-Mischungen und verdünnten Produkten relevant.

Reines ätherisches Öl trägt nicht immer ein aufgedrucktes Ablaufdatum. Notieren Sie sich in diesem Fall das Kaufdatum auf der Flasche und orientieren Sie sich an den Richtwerten der Haltbarkeitstabelle. Seriöse Hersteller geben auf Anfrage die Chargennummer und das Destillationsdatum an – beides hilft bei der Einschätzung.

Hinweis zu Trägerölen

Trägeröle wie Jojobaöl, Mandelöl oder Kokosöl haben eine eigene Haltbarkeit, die sich von der ätherischer Öle unterscheidet. Fette Öle können im Gegensatz zu ätherischen Ölen ranzig werden, da sie ungesättigte Fettsäuren enthalten. Eine Übersicht zu Haltbarkeit und Auswahl von Trägerölen finden Sie im Ratgeber zu Trägerölen.

Praktische Tipps zur Verlängerung der Haltbarkeit

  • Kaufen Sie kleine Mengen: Lieber 5-ml- oder 10-ml-Fläschchen als 30-ml-Flaschen, wenn Sie ein Öl nur gelegentlich verwenden.
  • Datieren Sie Ihre Flaschen: Notieren Sie Kaufdatum und Öffnungsdatum mit einem wasserfesten Stift auf dem Etikett.
  • Füllen Sie um: Ist eine 10-ml-Flasche nur noch zu einem Drittel gefüllt, transferieren Sie den Rest in ein 5-ml-Fläschchen.
  • Verwenden Sie saubere Pipetten: Kontamination mit Wasser oder Hautrückständen fördert den Verderb.
  • Gummitropfer entfernen: Lagern Sie Öle nie mit aufgestecktem Gummitropfer. Die konzentrierten Verbindungen lösen den Gummi auf und verunreinigen das Öl. Verwenden Sie stattdessen die mitgelieferten Tropfeinsätze (Orifice Reducer).
  • Mischungen zuerst verbrauchen: Die Haltbarkeit einer Mischung richtet sich nach dem Öl mit der kürzesten Haltbarkeit. Enthält eine Mischung Zitronenöl, gilt die Haltbarkeit von Zitrusölen.

Für detaillierte Informationen zu ätherischen Ölen im Allgemeinen und ihren Eigenschaften besuchen Sie den Grundlagenartikel Was sind ätherische Öle?. Ausführliche Steckbriefe zu einzelnen Ölen finden Sie in der Öle-Übersicht A–Z.

Häufige Fragen

Können ätherische Öle schlecht werden?

Ätherische Öle werden nicht ranzig wie Speiseöle und bilden keinen Schimmel. Sie oxidieren jedoch mit der Zeit – Sauerstoff, Licht und Wärme verändern ihre chemische Zusammensetzung. Dadurch verlieren sie Duftqualität und therapeutische Wirksamkeit. Im ungünstigsten Fall entstehen Oxidationsprodukte wie Hydroperoxide, die Hautreizungen und Kontaktallergien auslösen können. Das Öl „verdirbt" also nicht im klassischen Sinne, büßt aber Qualität und Sicherheit ein.

Soll ich ätherische Öle im Kühlschrank aufbewahren?

Kühlschrankaufbewahrung ist für Zitrusöle (Zitronen-, Orangen-, Grapefruitöl) und andere monoterpen-reiche Öle (Teebaumöl, Kiefernöl) besonders empfehlenswert. Die niedrige Temperatur verlangsamt die Oxidation erheblich und kann die Haltbarkeit nahezu verdoppeln. Bei weniger empfindlichen Ölen genügt ein kühler, dunkler Schrank. Lassen Sie gekühlte Öle vor der Anwendung einige Minuten auf Raumtemperatur kommen, um Kondensation in der Flasche zu vermeiden.

Kann ich abgelaufene ätherische Öle noch verwenden?

Oxidierte ätherische Öle sollten nicht mehr auf der Haut angewendet werden, da sie Hautreizungen und Kontaktallergien auslösen können. Für die Raumbeduftung im Diffuser sind leicht oxidierte Öle oft noch nutzbar, wobei empfindliche Personen und Asthmatiker vorsichtig sein sollten. Eine sinnvolle Weiterverwendung ist die Herstellung von Reinigungsmitteln – verdünnt in selbstgemachten Putzmitteln entfalten viele ätherische Öle trotz nachlassender therapeutischer Wirkung noch desinfizierende und desodorierende Eigenschaften. Entsorgen Sie ätherische Öle nicht über den Abfluss, da sie Wasserorganismen schädigen können.

Warum werden ätherische Öle in braunen Glasflaschen verkauft?

Braunglas (Amber) filtert über 90 % der ultravioletten Strahlung, die den chemischen Abbau ätherischer Öle beschleunigt. UV-Licht fördert insbesondere den Zerfall von Monoterpenen und beschleunigt Oxidationsreaktionen. Dunkelglas schützt den Inhalt also vor einem der drei Hauptfaktoren der Alterung. Klarglas bietet diesen Schutz nicht und eignet sich daher nicht zur Langzeitlagerung ätherischer Öle.

Wie entsorge ich alte ätherische Öle richtig?

Gießen Sie ätherische Öle nie in den Abfluss – sie bilden einen Film auf dem Wasser und können Wasserorganismen schädigen. Kleine Mengen lassen sich in einem gut belüfteten Bereich verdunsten oder sparsam auf den Kompost träufeln (nur kleine Mengen, da sie den Zersetzungsprozess verlangsamen). Leere Fläschchen spülen Sie mit heißem Seifenwasser aus und führen sie dem Glasrecycling zu. Bei größeren Mengen kontaktieren Sie Ihren lokalen Entsorgungsbetrieb – ätherische Öle gelten als leicht entzündliche Flüssigkeiten.

Quellen

  1. Karlberg, A.-T., Magnusson, K., & Nilsson, U. (1992). Air oxidation of d-limonene (the citrus solvent) creates potent allergens. Contact Dermatitis, 26(5), 332–340. doi:10.1111/j.1600-0536.1992.tb00129.x
  2. Turek, C., & Stintzing, F. C. (2013). Stability of Essential Oils: A Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 12(1), 40–53. doi:10.1111/1541-4337.12006
  3. Tisserand, R., & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals (2nd ed.). Churchill Livingstone/Elsevier.
  4. Sköld, M., Börje, A., Matura, M., & Karlberg, A.-T. (2002). Studies on the autoxidation and sensitizing capacity of the fragrance chemical linalool, identifying a linalool hydroperoxide. Contact Dermatitis, 46(5), 267–272. doi:10.1034/j.1600-0536.2002.460504.x
  5. Nguyen, H., Campi, E. M., Jackson, W. R., & Patti, A. F. (2009). Effect of oxidative deterioration on flavour and aroma components of lemon oil. Food Chemistry, 112(2), 388–393. doi:10.1016/j.foodchem.2008.05.090
  6. Turek, C., & Stintzing, F. C. (2012). Impact of different storage conditions on the quality of selected essential oils. Food Research International, 46(1), 341–353. doi:10.1016/j.foodres.2011.12.028
  7. Papageorgiou, V., Gardeli, C., Mallouchos, A., Papaioannou, M., & Komaitis, M. (2023). An In-Depth Stability Study of the Essential Oils from Mentha × piperita, Mentha spicata, Origanum vulgare, and Thymus vulgaris. Separations, 10(9), 488. doi:10.3390/separations10090488
  8. Karlberg, A.-T., Shao, L. P., Nilsson, U., Gäfvert, E., & Nilsson, J. L. G. (1994). Hydroperoxides in oxidized d-limonene identified as potent contact allergens. Archives of Dermatological Research, 286(2), 97–103. doi:10.1007/BF00370734
  9. Matura, M., Goossens, A., Bordalo, O., Garcia-Bravo, B., Magnusson, K., Wrangsjö, K., & Karlberg, A.-T. (2002). Oxidized citrus oil (R-limonene): A frequent skin sensitizer in Europe. Journal of the American Academy of Dermatology, 47(5), 709–714. doi:10.1067/mjd.2002.124817
  10. Sindle, A., & Martin, A. (2021). Art of Prevention: Essential Oils – Natural Products Not Necessarily Safe. International Journal of Women's Dermatology, 7(3), 304–308. doi:10.1016/j.ijwd.2020.10.013
  11. Turek, C., & Stintzing, F. C. (2011). Evaluation of Selected Quality Parameters to Monitor Essential Oil Alteration during Storage. Journal of Food Science, 76(9), C1365–C1375. doi:10.1111/j.1750-3841.2011.02416.x