Ätherische Öle bei Gelenkschmerzen lindern Beschwerden auf mehreren Wegen: Sie hemmen Entzündungsprozesse im Gelenk, fördern die lokale Durchblutung und reduzieren die Schmerzwahrnehmung über das periphere Nervensystem. Besonders bei Arthrose – der häufigsten Gelenkerkrankung weltweit – setzen viele Betroffene ergänzend auf pflanzliche Wirkstoffe, weil herkömmliche Schmerzmittel bei Dauereinnahme erhebliche Nebenwirkungen verursachen können.[1]
Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 wertete randomisierte kontrollierte Studien zur topischen Anwendung ätherischer Öle bei muskuloskelettalen Beschwerden aus. Das Ergebnis: Die Schmerzintensität sank unmittelbar nach der Anwendung signifikant, und der Effekt hielt bis zu vier Wochen an.[2] Zu den am häufigsten untersuchten Ölen bei Gelenkbeschwerden zählen Weihrauch, Ingwer, Eukalyptus und Wintergrün.

Dieser Artikel erklärt, welche ätherischen Öle bei Gelenkschmerzen und Arthrose wissenschaftlich untersucht sind, wie ihre Wirkstoffe im Gelenk arbeiten und wie Sie die Öle in der Praxis als Einreibung, Kompresse oder Gelenkbad anwenden. Außerdem erfahren Sie, wann kühlende und wann wärmende Öle sinnvoll sind.
Auf einen Blick
- Arthrose ist degenerativ: Knorpelabbau, Entzündung und Schmerz kennzeichnen die Erkrankung – sie ist nicht autoimmunbedingt wie Rheuma.
- Weihrauch ist am besten untersucht: Boswelliasäuren hemmen das Enzym 5-Lipoxygenase und senken nachweislich Schmerz- und Steifigkeitswerte bei Knie-Arthrose.[3]
- Ingwer reduziert Knieschmerzen: In einer Studie mit 247 Teilnehmern senkte Ingwerextrakt den Schmerz beim Stehen um 24,5 mm auf der VAS-Skala gegenüber 16,4 mm in der Placebogruppe.[4]
- Akut vs. chronisch: Kühlende Öle wie Eukalyptus eignen sich bei akuter Entzündung, wärmende Öle wie Ingwer bei chronischen Gelenkschmerzen.
- Wintergrün nur verdünnt: Das Öl enthält bis zu 99 % Methylsalicylat – eine aspirin-ähnliche Substanz, die bei Einnahme von Blutverdünnern kontraindiziert ist.[5]
- Ergänzend, nicht ersetzend: Ätherische Öle können die schulmedizinische Behandlung bei Arthrose sinnvoll ergänzen, aber nicht ersetzen.
Was ist Arthrose? Ursachen von Gelenkschmerzen verstehen
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der schützende Knorpel zwischen den Gelenkflächen allmählich abbaut. Ohne diesen Puffer reiben die Knochen zunehmend direkt aufeinander, was Entzündungsreaktionen in der Gelenkkapsel auslöst und Schmerzen verursacht. Weltweit betrifft die Erkrankung rund 7 % der Bevölkerung; Knie-, Hüft- und Fingergelenke sind am häufigsten betroffen.[6]
Drei Prozesse treiben den Arthrose-Schmerz an: Erstens setzt der Knorpelabbau Entzündungsmediatoren wie Prostaglandine und Interleukine frei. Zweitens verdickt sich die Gelenkinnenhaut (Synovialis) und produziert überschüssige Gelenkflüssigkeit – das Gelenk schwillt an. Drittens reizen freiliegende Knochenflächen die Schmerzrezeptoren bei jeder Belastung. Ätherische Öle greifen vor allem am ersten und dritten Mechanismus an: Ihre Wirkstoffe hemmen Entzündungsenzyme und modulieren die Schmerzweiterleitung über periphere Nerven.
Arthrose ist degenerativ, nicht autoimmunbedingt. Für Rheuma und Gicht, bei denen das Immunsystem die Gelenke angreift, gelten andere Empfehlungen – diese finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Rheuma.
Welche ätherischen Öle helfen bei Gelenkschmerzen?
Sechs ätherische Öle haben sich bei Gelenkschmerzen und Arthrose besonders bewährt. Jedes wirkt über einen eigenen Mechanismus – von der Enzymhemmung über die Durchblutungsförderung bis zur Aktivierung körpereigener Schmerzregulation. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Öle mit ihren Hauptinhaltsstoffen und Wirkprofilen.
Wintergrünöl – das natürliche Aspirin
Wintergrünöl (Gaultheria procumbens) besteht zu 85–99 % aus Methylsalicylat, einem natürlichen Verwandten der Acetylsalicylsäure (Aspirin). Methylsalicylat durchdringt die Haut rasch und hemmt lokal die Cyclooxygenase (COX) – das gleiche Enzym, das auch nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs) blockieren. Nach dem Auftragen auf das schmerzende Gelenk entsteht eine wärmende Empfindung, die Durchblutung steigt, und der Schmerz lässt nach.[5]
Die Wirkung setzt innerhalb von Minuten ein und hält mehrere Stunden an. 12–20 % des topisch aufgetragenen Methylsalicylats werden systemisch über die Haut aufgenommen.[7] Genau deshalb ist Vorsicht geboten: Wintergrünöl darf nur stark verdünnt (maximal 2,4 % in einem Trägeröl) angewendet werden und ist bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern wie Warfarin kontraindiziert, da Methylsalicylat die gerinnungshemmende Wirkung verstärken kann.[5] Weitere themenspezifische Sicherheitshinweise zu Wintergrün finden Sie weiter unten im Abschnitt „Sicherheitshinweise".
Weihrauchöl – entzündungshemmend und knorpelschützend
Weihrauchöl (Boswellia serrata) enthält Boswelliasäuren, insbesondere 3-O-Acetyl-11-keto-β-Boswelliasäure (AKBA). AKBA hemmt das Enzym 5-Lipoxygenase sowie den Transkriptionsfaktor NF-κB – zwei zentrale Schaltstellen entzündlicher Prozesse im Gelenk.[8] Zusätzlich zeigen präklinische Studien, dass Boswelliasäuren die Produktion von Matrix-Metalloproteinasen (MMP) reduzieren, die am Knorpelabbau beteiligt sind.[9]
Klinisch ist Weihrauch bei Arthrose am besten untersucht. Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Studie aus 2023 untersuchte die topische Anwendung einer Weihrauchextraktlösung bei 70 Patienten mit Knie-Arthrose. Nach vier Wochen verbesserten sich Schmerz, Steifigkeit und Alltagsfunktion in der Weihrauchgruppe signifikant gegenüber Placebo, gemessen am WOMAC-Score und der VAS-Schmerzskala.[3] Eine weitere multizentrische Studie (2024) mit 105 Teilnehmern bestätigte, dass ein standardisierter Boswellia-Extrakt die VAS- und WOMAC-Werte bereits innerhalb von fünf Tagen signifikant senkte.[10]
Ingweröl – durchblutungsfördernd und entzündungshemmend
Ingweröl (Zingiber officinale) verdankt seine Wirkung vor allem den Gingerolen und Shogaolen. Diese Scharfstoffe hemmen sowohl COX-1 und COX-2 als auch die 5-Lipoxygenase und unterdrücken die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-1β.[11] Topisch aufgetragen erzeugt Ingweröl eine angenehme Wärme, die die lokale Durchblutung fördert und Nährstoffe schneller ins Gewebe transportiert.
In einer groß angelegten randomisierten Studie mit 261 Patienten mit Knie-Arthrose reduzierte ein Ingwerextrakt die Schmerzen beim Stehen signifikant stärker als Placebo (63 % Responder vs. 50 %; p = 0,048).[4] Eine Meta-Analyse von 2020 bestätigte: Die orale und topische Anwendung von Ingwer lindert Knieschmerzen bei Arthrose und verbessert die Gelenkfunktion.[12] Die topische Anwendung als ätherisches Öl eignet sich besonders für die tägliche Gelenkmassage bei chronischen Beschwerden.
Eukalyptusöl – kühlend und schmerzlindernd
Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) enthält als Hauptwirkstoff 1,8-Cineol (Eucalyptol), das kühlend und schmerzlindernd wirkt. 1,8-Cineol aktiviert den TRPM8-Kälterezeptor in der Haut, was eine angenehm kühlende Empfindung erzeugt und die Schmerzweiterleitung über C-Fasern abschwächt. Zusätzlich hemmt 1,8-Cineol entzündliche Mediatoren wie Prostaglandin E2 und TNF-α.[13]
Eukalyptusöl eignet sich besonders bei akut entzündeten, geschwollenen Gelenken, weil der kühlende Effekt die Durchblutung zunächst verringert und so die Schwellung reduziert. Eine randomisierte Studie (2022) an 70 Teilnehmern mit rheumatoider Arthritis zeigte, dass Eukalyptus-Aromatherapie die Schmerzwerte signifikant senkte.[14] Eukalyptusöl findet sich auch als Wirkstoff in vielen frei verkäuflichen Schmerzgelen und Einreibungen.
Wacholderöl – entzündungshemmend und entschlackend
Wacholderbeeröl (Juniperus communis) wird in der Volksmedizin seit Jahrhunderten bei Gelenkbeschwerden eingesetzt. Die Hauptinhaltsstoffe α-Pinen, Sabinen und Myrcen wirken entzündungshemmend, indem sie die Produktion proinflammatorischer Zytokine drosseln. Traditionell gilt Wacholder zudem als „entschlackend" – in der modernen Phytotherapie erklärt man dies mit einer leicht diuretischen und durchblutungsfördernden Wirkung, die den Abtransport von Stoffwechselendprodukten aus dem Gewebe beschleunigen kann.
Klinische Studien spezifisch zu Wacholderbeeröl und Arthrose sind bislang rar. Tierstudien und In-vitro-Untersuchungen deuten jedoch auf relevante antiinflammatorische Eigenschaften hin. In der aromatherapeutischen Praxis wird Wacholderbeeröl häufig in wärmenden Gelenkmischungen mit Ingwer oder Wintergrün kombiniert.
Copaibaöl – Cannabinoid-Rezeptor-Agonist ohne Rausch
Copaibaöl (Copaifera langsdorffii) enthält bis zu 50 % β-Caryophyllen, ein Sesquiterpen, das als natürlicher Agonist am Cannabinoid-Rezeptor Typ 2 (CB2) wirkt – ohne psychoaktive Effekte auszulösen.[15] CB2-Rezeptoren sitzen vor allem auf Immunzellen und in Gelenkgewebe. Ihre Aktivierung bremst die Freisetzung von proinflammatorischen Zytokinen wie TNF-α und IL-1β und senkt die Expression von Matrix-Metalloproteinasen, die Knorpel abbauen.[9]
Im Tiermodell reduzierte oral verabreichtes β-Caryophyllen entzündungsbedingte Schmerzreaktionen CB2-abhängig und schwächte bei neuropathischem Schmerz sowohl die thermische Überempfindlichkeit als auch die mechanische Allodynie ab – ohne dass sich Toleranzeffekte zeigten.[15] Eine Studie an einem Arthritis-Modell bestätigte, dass β-Caryophyllen die Schwere der Gelenkerkrankung deutlich abmilderte und relevante Entzündungsmarker senkte.[16] Copaibaöl wird typischerweise topisch in einer Konzentration von 2–3 % in einem Trägeröl angewendet.
Was sagen Studien zu ätherischen Ölen bei Arthrose?
Die Studienlage zu ätherischen Ölen bei Gelenkschmerzen wächst. Mehrere klinische Untersuchungen belegen eine schmerzlindernde und funktionsverbessernde Wirkung – allerdings variieren Studienqualität und Stichprobengrößen. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.
| Studie | Öl / Wirkstoff | Teilnehmer | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Mohsenzadeh et al. (2023)[3] | Weihrauch (topisch) | 70 (Knie-OA) | Signifikante Verbesserung von WOMAC, VAS und PGA vs. Placebo nach 4 Wochen |
| Majeed et al. (2024)[10] | Boswellia-Extrakt (oral) | 105 (Knie-OA) | VAS- und WOMAC-Verbesserung ab Tag 5; signifikant über 90 Tage |
| Altman & Marcussen (2001)[4] | Ingwerextrakt (oral) | 261 (Knie-OA) | 63 % Responder vs. 50 % Placebo; Schmerz beim Stehen p = 0,005 |
| Araya-Quintanilla et al. (2020)[12] | Ingwer (Meta-Analyse) | 4 RCTs | Signifikante Schmerzreduktion vs. Placebo (MD = −7,88 mm VAS) |
| Ferrara et al. (2023)[2] | Diverse ÄÖ (topisch, Meta-Analyse) | 577 Patienten | Signifikante Schmerzreduktion unmittelbar und 1 Woche nach Anwendung |
| Brito et al. (2021)[17] | Diverse ÄÖ (systematisches Review) | 13 Studien | 12 von 13 Studien zeigten Wirksamkeit bei rheumatischen Beschwerden |
Die Ergebnisse sind vielversprechend, aber die meisten Studien haben kleine Stichproben und kurze Beobachtungszeiträume. Hochwertige, groß angelegte Langzeitstudien fehlen noch weitgehend. Ätherische Öle eignen sich nach aktuellem Stand als ergänzende Maßnahme zur konventionellen Arthrose-Therapie, nicht als alleinige Behandlung.
Akute oder chronische Gelenkschmerzen? Kühlend oder wärmend?
Akut entzündete Gelenke – gerötet, geschwollen, überwärmt – profitieren von kühlenden Ölen, die die überschießende Durchblutung bremsen und die Schwellung lindern. Chronische Gelenkschmerzen ohne akute Entzündungszeichen sprechen besser auf wärmende Öle an, die Durchblutung und Stoffwechsel im Gewebe anregen.
| Zustand | Empfohlene Öle | Wirkprinzip |
|---|---|---|
| Akuter Schub (Schwellung, Rötung, Wärme) | Eukalyptus, Pfefferminze | Kühlend über TRPM8-Rezeptor; gefäßverengend; abschwellend |
| Chronischer Schmerz (Steifigkeit, Belastungsschmerz) | Ingwer, Wintergrün, Wacholder | Wärmend; durchblutungsfördernd; Stoffwechsel aktivierend |
| Beides | Weihrauch, Copaiba | Entzündungshemmend ohne starken Temperatureffekt; dauerhaft einsetzbar |
Ein Praxistipp: Testen Sie bei unsicherem Zustand zunächst Weihrauch oder Copaiba, da diese Öle weder stark kühlen noch wärmen und damit bei beiden Schmerzarten gut verträglich sind.
Praxis-Rezepte: Ätherische Öle bei Gelenkschmerzen anwenden
Die folgenden Rezepte sind speziell für Gelenkschmerzen und Arthrose zusammengestellt. Verdünnen Sie ätherische Öle auf 2–3 % in einem Trägeröl. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Altersgruppen und Anwendungen finden Sie im Dosierungsratgeber.
Wärmende Gelenk-Einreibung
Diese Mischung eignet sich für chronisch steife, schmerzende Gelenke – etwa morgens bei Anlaufschmerz oder nach längerer Belastung.
- 30 ml Johanniskrautöl (entzündungshemmend, wärmend) als Basis
- 5 Tropfen Ingweröl
- 4 Tropfen Weihrauchöl
- 3 Tropfen Wintergrünöl
- 2 Tropfen Wacholderbeeröl
Tragen Sie die Mischung ein- bis zweimal täglich auf das betroffene Gelenk auf und massieren Sie sie mit kreisenden Bewegungen sanft ein. Lassen Sie das Öl 20–30 Minuten einwirken; ein darüber gelegtes warmes Tuch verstärkt den wärmenden Effekt. Tragen Sie das Öl am besten abends auf, damit es über Nacht einwirken kann.
Gelenk-Kompresse – warm oder kalt
Kompressen ermöglichen eine gezielte, längere Einwirkzeit auf einzelne Gelenke.
Warme Kompresse (chronische Schmerzen):
- 1 Liter warmes Wasser (38–40 °C)
- 3 Tropfen Ingweröl
- 2 Tropfen Weihrauchöl
Kalte Kompresse (akuter Entzündungsschub):
- 1 Liter kühles Wasser (15–18 °C)
- 3 Tropfen Eukalyptusöl
- 2 Tropfen Copaibaöl
Geben Sie die Tropfen ins Wasser, rühren Sie kurz um, tauchen Sie ein Baumwolltuch ein, wringen Sie es leicht aus und legen Sie es 15–20 Minuten auf das betroffene Gelenk. Da ätherische Öle nicht wasserlöslich sind, können Sie einen Teelöffel Sahne oder Honig als Emulgator verwenden.
Gelenk-Massage-Öl
Dieses Rezept ist auf die tägliche Pflege arthrotischer Gelenke ausgelegt. Es kombiniert einen kühlenden und einen wärmenden Wirkstoff für eine ausgewogene Wirkung.
- 50 ml Jojobaöl (leicht, zieht gut ein)
- 6 Tropfen Weihrauchöl
- 5 Tropfen Copaibaöl
- 4 Tropfen Ingweröl
- 3 Tropfen Eukalyptusöl
Massieren Sie 5–10 Tropfen der Mischung in das betroffene Gelenk ein. Bewegen Sie die Finger in sanften, kreisenden Strichen von außen zur Gelenkmitte hin. Für spezifische Massage-Techniken bei Gelenkbeschwerden finden Sie Anleitungen im Ratgeber zur Massage mit ätherischen Ölen.
Gelenk-Bad für Hände und Füße
Ein Teil- oder Handbad erreicht die kleinen Gelenke von Fingern und Zehen besonders gut – genau dort, wo Arthrose häufig beginnt.
- Warmes Wasser (37–39 °C) in einer Schüssel
- 1 Esslöffel Meersalz
- 1 Teelöffel Sahne oder flüssiger Honig (als Emulgator)
- 3 Tropfen Weihrauchöl
- 2 Tropfen Ingweröl
- 2 Tropfen Wacholderbeeröl
Lösen Sie zuerst das Meersalz im Wasser auf. Vermischen Sie die ätherischen Öle mit dem Emulgator und geben Sie die Mischung ins Wasser. Baden Sie Hände oder Füße 15–20 Minuten. Das warme Wasser öffnet die Poren und verbessert die Aufnahme der Wirkstoffe. Trocknen Sie die Haut danach sanft ab und tragen Sie bei Bedarf das Gelenk-Massage-Öl auf. Ausführliche Tipps für Vollbäder mit ätherischen Ölen finden Sie im Ratgeber zum Baden mit ätherischen Ölen.
Sicherheitshinweise für ätherische Öle bei Gelenkschmerzen
Ätherische Öle sind hochwirksame Pflanzenextrakte. Gerade bei der Anwendung auf schmerzenden Gelenken sollten Sie folgende Regeln beachten:
Wintergrünöl und Blutverdünner: Wintergrünöl enthält bis zu 99 % Methylsalicylat. Bereits bei topischer Anwendung werden 12–20 % systemisch aufgenommen.[7] Bei gleichzeitiger Einnahme von Warfarin oder anderen Antikoagulanzien kann dies die Blutungsneigung erhöhen. Verwenden Sie Wintergrünöl in diesem Fall nicht – auch nicht äußerlich. Das gleiche gilt bei Aspirin-Allergie, Asthma oder Nasenpolypen.[5] Auch bei Kindern unter 12 Jahren sollte Wintergrünöl nicht angewendet werden.
Häufiger Fehler – zu hoch dosieren: Mehr Tropfen bedeuten nicht mehr Wirkung. Eine Überdosierung von Wintergrünöl kann Hautreizungen, Kopfschmerzen und bei großflächiger Anwendung sogar eine Salicylat-Vergiftung auslösen. Halten Sie sich strikt an die empfohlene Höchstverdünnung von 2,4 %.
Ätherische Öle dürfen nie unverdünnt auf die Haut – eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.
Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.
Wann Sie bei Gelenkschmerzen einen Arzt aufsuchen sollten
Ätherische Öle können leichte bis mittlere Gelenkschmerzen ergänzend lindern. Bei fortgeschrittener Arthrose mit starker Bewegungseinschränkung, dauerhafter Schwellung, Gelenkinstabilität oder Schmerzen, die trotz Selbstbehandlung länger als zwei Wochen anhalten, ist ärztliche Betreuung unerlässlich. Gleiches gilt, wenn Gelenke plötzlich heiß, stark geschwollen und gerötet anschwellen – das kann auf einen akuten Entzündungsschub, eine Infektion oder Gicht hindeuten und erfordert eine schnelle medizinische Abklärung.
Verwandte Themen
Wenn Sie unter Muskelschmerzen oder Verspannungen leiden, finden Sie passende Öle und Rezepte im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Muskelverspannungen. Für Rückenschmerzen empfehlen wir den Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Rückenschmerzen.
Wenn Sie sich für entzündungshemmende ätherische Öle als Eigenschaft interessieren – unabhängig von einer bestimmten Beschwerde – bietet der Ratgeber zu entzündungshemmenden ätherischen Ölen einen umfassenden Überblick. Einen eigenständigen Artikel zu durchblutungsfördernden Ölen finden Sie hier.
Häufige Fragen
Welches ätherische Öl ist am besten bei Arthrose?
Weihrauchöl (Boswellia serrata) ist bei Arthrose am besten durch klinische Studien belegt. Seine Boswelliasäuren hemmen das Entzündungsenzym 5-Lipoxygenase und schützen den Gelenkknorpel. In einer randomisierten Studie (2023) verbesserte topisch aufgetragener Weihrauchextrakt Schmerz und Gelenkfunktion bei Knie-Arthrose signifikant gegenüber Placebo. Für eine Breitenwirkung kombinieren viele Anwender Weihrauch mit Ingwer- oder Copaibaöl.
Wie wende ich ätherische Öle bei Gelenkschmerzen an?
Verdünnen Sie 10–15 Tropfen ätherisches Öl in 30 ml Trägeröl (z. B. Jojobaöl oder Johanniskrautöl) und massieren Sie die Mischung ein- bis zweimal täglich sanft in das betroffene Gelenk ein. Alternativ eignen sich warme Kompressen, Hand- oder Fußbäder mit 5–7 Tropfen ätherischem Öl. Verwenden Sie bei akuten Entzündungen kühlende Öle wie Eukalyptus, bei chronischen Beschwerden wärmende Öle wie Ingwer.
Ist Wintergrünöl bei Gelenkschmerzen gefährlich?
Wintergrünöl ist bei sachgemäßer Anwendung (maximal 2,4 % Verdünnung im Trägeröl) ein wirksames Schmerzöl. Gefährlich wird es bei Überdosierung, oraler Einnahme oder gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern wie Warfarin, da Methylsalicylat die gerinnungshemmende Wirkung verstärken kann. Kinder unter 12 Jahren, Schwangere und Personen mit Aspirin-Allergie sollten Wintergrünöl meiden.
Können ätherische Öle Arthrose heilen?
Nein, ätherische Öle können den degenerativen Knorpelabbau bei Arthrose nicht rückgängig machen. Sie können jedoch Schmerzen lindern, Entzündungen reduzieren und die Beweglichkeit verbessern – und damit die Lebensqualität spürbar steigern. Studien deuten darauf hin, dass insbesondere Boswelliasäuren (Weihrauch) knorpelschützende Eigenschaften besitzen, die den weiteren Abbau verlangsamen könnten. Ätherische Öle eignen sich als Ergänzung zur ärztlichen Therapie, nicht als Ersatz.
Hilft Copaiba bei Gelenkschmerzen?
Copaibaöl enthält bis zu 50 % β-Caryophyllen, das als natürlicher Agonist am CB2-Cannabinoid-Rezeptor wirkt und Entzündungsreaktionen im Gelenkgewebe bremst – ohne psychoaktive Effekte. Tierstudien zeigen eine signifikante Reduktion von Entzündungsmarkern und Schmerz. Klinische Studien am Menschen stehen noch aus, aber die präklinische Datenlage ist vielversprechend. Verdünnen Sie Copaibaöl auf 2–3 % in einem Trägeröl und tragen Sie es topisch auf das betroffene Gelenk auf.
Quellen
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