Ätherische Öle begleiten Frauen seit Jahrhunderten durch die Geburt – und auch in modernen Kreißsälen setzen immer mehr Hebammen gezielt auf Aromatherapie. Öle wie Lavendel (Lavandula angustifolia), Muskatellersalbei (Salvia sclarea) und Rose (Rosa damascena) können Schmerzen lindern, Ängste reduzieren und die Wehentätigkeit unterstützen. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) belegen diese Effekte, auch wenn die Forschung noch am Anfang steht.
Die Aromatherapie unter der Geburt wirkt über zwei Wege: Eingeatmete Duftmoleküle erreichen über die Riechnerven direkt das limbische System – jene Hirnregion, die Emotionen, Schmerzverarbeitung und Hormonausschüttung steuert. Zusätzlich gelangen Wirkstoffe bei der Massage über die Haut in den Blutkreislauf. Beide Mechanismen zusammen erklären, warum ätherische Öle sowohl psychisch beruhigend als auch körperlich schmerzlindernd wirken können.[1]

Dieser Artikel behandelt ausschließlich ätherische Öle zur Geburtsvorbereitung (ab der 36. Schwangerschaftswoche) und zur Begleitung während der Geburt. Sie erfahren, welche Öle die Forschung am besten stützt, wie Sie sie sicher anwenden und worauf Hebammen in der Praxis achten.
Auf einen Blick
- Geburtsvorbereitend ab SSW 36–37: Muskatellersalbei und Jasmin können die Oxytocin-Ausschüttung unterstützen und den Körper auf die Wehentätigkeit vorbereiten.
- Schmerzlindernd unter der Geburt: Lavendelöl senkt den Wehenschmerz laut einer Meta-Analyse signifikant (mittlere Schmerzreduktion um ca. 1,8 Punkte auf der VAS-Skala).[2]
- Angstlösend: Rosenöl (Rosa damascena) reduziert in RCTs nachweislich die Geburtsangst in der Eröffnungsphase.[3]
- Anwendungsmethoden: Raumbeduftung, Rücken-Massage mit Trägeröl, warme Kompresse und Riechstift sind die vier bewährten Methoden im Kreißsaal.
- Sicherheitsregel: Wehenfördernd wirkende Öle (Muskatellersalbei, Jasmin, Nelke) niemals vor der 37. SSW anwenden. Jede Anwendung in Absprache mit der Hebamme.
Geburtsvorbereitende ätherische Öle ab der 36. SSW
Ab der 36. bis 37. Schwangerschaftswoche beginnt der Körper, sich auf die Geburt vorzubereiten. Die Anzahl der Oxytocin-Rezeptoren im Uterus steigt, die Zervix wird weicher, und Prostaglandine bereiten den Muttermund auf die Eröffnung vor. Bestimmte ätherische Öle können diesen natürlichen Prozess begleiten – sie ersetzen ihn nicht, unterstützen ihn aber sanft.[4]
Muskatellersalbeiöl – Oxytocin-Unterstützung mit Studienhintergrund
Muskatellersalbeiöl (Salvia sclarea) gehört zu den am häufigsten eingesetzten ätherischen Ölen in der Geburtshilfe. Der Hauptwirkstoff Linalylacetat (ca. 56 %) wirkt muskelentspannend, während Linalool (ca. 24 %) beruhigend auf das Nervensystem einwirkt. Eine japanische Pilotstudie aus dem Jahr 2017 untersuchte die Inhalation von Muskatellersalbeiöl bei Frauen in der 38.–40. SSW. Bei drei von fünf Frauen in der Versuchsgruppe stieg der Speichel-Oxytocin-Spiegel 15 Minuten nach der Inhalation an – allerdings löste dieser Anstieg keine messbaren Uteruskontraktionen aus.[4]
Eine größere quasi-experimentelle Studie aus dem Jahr 2023 bestätigte diesen Trend: Ein Fußbad mit Muskatellersalbei- und Lavendelöl führte bei 28 Schwangeren zu einem signifikanten Oxytocin-Anstieg (p = 0,035). Der Effekt war stärker als bei Jasminöl allein oder dem Kontroll-Fußbad ohne Öle.[5] Trotz dieser vielversprechenden Ergebnisse bleibt festzuhalten: Muskatellersalbeiöl ist kein „Wehenauslöser". Es kann den Körper unterstützen, wenn er bereits geburtsbereit ist – es erzwingt aber keine Wehen.
Praxis-Tipp: 2–3 Tropfen Muskatellersalbeiöl auf ein Taschentuch geben und bei Bedarf daran riechen. Alternativ 3–4 Tropfen in eine Schüssel mit warmem Wasser für ein Fußbad geben – mit einem Teelöffel Salz als Emulgator. Gut belüftete Räume sind wichtig, da der intensive Duft bei manchen Frauen Kopfschmerzen auslösen kann.
Jasminöl – euphorisierend und uterusstimulierend
Jasminöl (Jasminum officinale) ist kein ätherisches Öl im klassischen Sinne, sondern ein Absolue – ein durch Lösungsmittelextraktion gewonnenes hochkonzentriertes Blütenextrakt. Es enthält unter anderem Benzylacetat und Linalool, die euphorisierend und stimmungshebend wirken. In der oben genannten Fußbad-Studie von 2023 zeigte die Jasmin-Gruppe (n = 27) ebenfalls einen Trend zum Oxytocin-Anstieg, der jedoch keine statistische Signifikanz erreichte.[5]
Hebammen schätzen Jasminöl vor allem wegen seiner stimmungsaufhellenden Wirkung in den letzten Schwangerschaftswochen, wenn Ungeduld und Anspannung zunehmen. 1 Tropfen in der Duftlampe oder auf einem Wattepad neben dem Kopfkissen kann abends für Entspannung sorgen.
Rosenöl – angstlösend und herzöffnend
Rosenöl (Rosa damascena) wird in der Geburtsvorbereitung vor allem für seine angstlösende Wirkung geschätzt. Die Schlüsselkomponenten Citronellol und Geraniol wirken beruhigend auf das Nervensystem, während 2-Phenylethylalkohol als Schmerzsignal-Hemmer fungiert.[6] Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 110 Erstgebärenden zeigte, dass die Inhalation von Rosenöl die Schmerzintensität und das Angstlevel in allen drei Phasen der Muttermundseröffnung (4–5 cm, 6–7 cm, 8–10 cm) signifikant senkte – ohne Nebenwirkungen für Mutter oder Kind.[3]
Rosenöl eignet sich für Frauen, die vor der Geburt unter starker Anspannung oder Ängsten leiden. Ein abendliches Ritual – 2 Tropfen Rosenöl in 10 ml Süßmandelöl auf die Handgelenke auftragen und bewusst einatmen – kann in den letzten Wochen vor dem Termin zur Entspannung beitragen.
Nelkenöl – nur unter fachlicher Anleitung
Nelkenöl (Syzygium aromaticum) enthält bis zu 85 % Eugenol und gilt als stark wehenfördernd. In der traditionellen Geburtshilfe wird es zur Unterstützung der Wehentätigkeit eingesetzt – jedoch ausschließlich unter fachlicher Anleitung. Eugenol kann bei falscher Dosierung Hautreizungen und Schleimhautirritationen verursachen. Verwenden Sie Nelkenöl in der Geburtsvorbereitung nur nach Rücksprache mit Ihrer Hebamme, und niemals unverdünnt.
Welche ätherischen Öle helfen während der Geburt?
Im Kreißsaal kommen andere Schwerpunkte zum Tragen als in der Vorbereitung: Schmerzlinderung, Angstlösung, Übelkeitsbekämpfung und emotionale Stabilisierung stehen im Vordergrund. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2023, die 19 RCTs mit insgesamt über 2.000 Gebärenden auswertete, kam zu dem Ergebnis, dass Aromatherapie den Wehenschmerz signifikant reduziert (SMD: −0,68; 95 % KI: −0,76 bis −0,60) und die Geburtsdauer verkürzen kann.[7]
Lavendelöl – das am besten erforschte Geburtsöl
Lavendelöl (Lavandula angustifolia) ist das mit Abstand am häufigsten untersuchte ätherische Öl in der Geburtshilfe. Seine beiden Hauptwirkstoffe Linalool und Linalylacetat interagieren mit NMDA-Rezeptoren im Gehirn und hemmen den Serotonin-Transporter (SERT) – beide Mechanismen erklären die schmerzlindernde und angstlösende Wirkung.[8]
Eine iranische Meta-Analyse fasste mehrere RCTs zusammen und ermittelte einen mittleren Schmerzwert von 5,4 ± 0,58 in der Lavendel-Gruppe gegenüber 7,2 ± 0,42 in der Kontrollgruppe auf der visuellen Analogskala (VAS, 0–10).[2] Ein doppelblinder RCT aus dem Jahr 2024 mit 100 Frauen nach Kaiserschnitt bestätigte zusätzlich, dass Lavendel-Inhalation sowohl Schmerzen als auch Angst nach der Entbindung signifikant senkt.[9]
Ein weiterer RCT aus Istanbul (2022–2023) verglich Lavendel-Inhalation und Lavendel-Massage nach Kaiserschnitt: Beide Methoden senkten die Schmerzwerte signifikant, wobei die Massage in der aktiven Phase wirksamer war als die alleinige Inhalation.[10]
Praxis-Tipp: 3–4 Tropfen Lavendelöl in einen Diffuser im Kreißsaal geben. Alternativ 2 Tropfen auf ein feuchtes Tuch legen, das die Gebärende zwischen den Wehen an die Nase hält. Für die Partner-Massage: 5 Tropfen Lavendelöl in 20 ml Trägeröl mischen (ca. 1,5 % Verdünnung).
Pfefferminzöl – erfrischend bei Übelkeit unter der Geburt
Pfefferminzöl (Mentha piperita) enthält 30–50 % Menthol, das über Kälterezeptoren (TRPM8) in der Nasenschleimhaut wirkt und Übelkeit rasch lindern kann. Viele Frauen erleben während der Übergangsphase (8–10 cm Muttermundseröffnung) Übelkeit und Erbrechen. Ein Riechstift mit 2–3 Tropfen Pfefferminzöl bietet hier schnelle, unkomplizierte Hilfe.
Praxis-Tipp: Pfefferminzöl nicht gleichzeitig mit Lavendelöl im Diffuser verwenden – die gegensätzlichen Wirkprofile (anregend vs. beruhigend) können sich abschwächen. Besser: Pfefferminze gezielt per Riechstift einsetzen, wenn Übelkeit auftritt.
Weihrauchöl – Ruhe und Fokus in der Eröffnungsphase
Weihrauchöl (Boswellia carterii) enthält alpha-Pinen und Incensol-Acetat, die beruhigend und angstlösend wirken. Eine laufende randomisierte kontrollierte Studie vergleicht aktuell die Wirksamkeit von Weihrauch- und Rosenöl auf Geburtsschmerz, Angst und Komfort.[11] In der Geburtshilfe wird Weihrauch geschätzt, weil sein warmer, erdiger Duft vielen Frauen hilft, bei langen Geburtsverläufen den Fokus zu halten und innerlich ruhig zu bleiben.
1–2 Tropfen auf einem Wattebausch neben dem Kopfkissen oder in einem persönlichen Riechstift reichen für eine dezente, aber wirksame Beduftung.
Orangenöl und Mandarinenöl – stimmungshebend und angstlösend
Orangenöl (Citrus sinensis) und Mandarinenöl (Citrus reticulata) wirken über ihren hohen Limonen-Gehalt (90–95 %) stimmungshebend und leicht angstlösend. Eine Netzwerk-Meta-Analyse aus dem Jahr 2023 bestätigte, dass Zitrusöle die Zustandsangst (State Anxiety) signifikant reduzieren können.[8] Im Kreißsaal schaffen sie eine angenehme, freundliche Atmosphäre, die vielen Frauen hilft, den klinischen Umgebungsgeruch zu überdecken.
Orangen- und Mandarinenöl eignen sich besonders gut für Frauen, die den intensiven Kräuterduft von Muskatellersalbei oder Lavendel als zu schwer empfinden. 3–4 Tropfen im Diffuser genügen.
Ätherische Öle während der Geburt: Übersicht der Studienlage
| Ätherisches Öl | Hauptwirkung | Studienlage | Anwendung im Kreißsaal |
|---|---|---|---|
| Lavendel | Schmerzlindernd, angstlösend | Mehrere RCTs und Meta-Analysen | Diffuser, Massage, Kompresse |
| Muskatellersalbei | Oxytocin-unterstützend, entspannend | Pilotstudien, quasi-experimentell | Inhalation, Fußbad, Massage |
| Rose (Damaszener) | Angstlösend, schmerzlindernd | RCTs (Erstgebärende) | Inhalation, Riechstift |
| Jasmin | Stimmungshebend, uterusstimulierend | Quasi-experimentell | Inhalation, Duftlampe |
| Pfefferminze | Übelkeitslindernd, erfrischend | RCTs (allgemein, nicht geburtsspezifisch) | Riechstift bei Übelkeit |
| Weihrauch | Beruhigend, fokussierend | Laufende RCTs | Inhalation, Wattebausch |
| Orange / Mandarine | Stimmungshebend, angstlösend | Netzwerk-Meta-Analyse | Diffuser |
Wie werden ätherische Öle während der Geburt angewendet?
Vier Anwendungsmethoden haben sich in der Geburtshilfe etabliert. Jede hat ihre eigene Stärke, und viele Hebammen kombinieren sie je nach Geburtsphase und Bedürfnis der Gebärenden.
Raumbeduftung im Kreißsaal
Ein elektrischer Diffuser verteilt ätherische Öle als feinen Nebel im Raum. 3–5 Tropfen in 100 ml Wasser reichen für einen Kreißsaal. Die Beduftung sollte nicht durchgehend laufen – 20 Minuten Duft, dann 20 Minuten Pause, damit sich die Nase nicht gewöhnt und die Wirkung erhalten bleibt. Fragen Sie vor dem Einschalten das Klinikpersonal und Ihren Geburtsbegleiter, ob der Duft für alle angenehm ist.
Partner-Massage mit ätherischem Öl
Die Massage des unteren Rückens und des Kreuzbeins während der Wehen gehört zu den wirksamsten nicht-medikamentösen Schmerzlinderungsmethoden. Mischen Sie 4–6 Tropfen ätherisches Öl (z. B. Lavendel oder eine Kombination aus Lavendel und Muskatellersalbei) in 20 ml Trägeröl. Die Verdünnung liegt bei etwa 1,5–2 %. Der Partner massiert während der Wehe mit festem, gleichmäßigem Druck kreisend über das Kreuzbein. Zwischen den Wehen kann ein sanftes Ausstreichen des gesamten Rückens für Entspannung sorgen. Eine detaillierte Anleitung zu Massagetechniken finden Sie im Ratgeber zur Massage mit ätherischen Ölen.
Warme Kompresse mit ätherischen Ölen
Eine warme Kompresse löst Verspannungen im unteren Rücken und Bauchbereich. Geben Sie 2–3 Tropfen Lavendelöl in eine Schüssel mit warmem (nicht heißem) Wasser, tauchen Sie ein Baumwolltuch ein, wringen es leicht aus und legen es auf den schmerzenden Bereich. Die Wärme öffnet die Poren und fördert die Aufnahme der Wirkstoffe über die Haut. Die Kompresse alle 15–20 Minuten erneuern.
Riechstift als Anker bei Wehen
Ein persönlicher Riechstift (Inhaler-Stick) mit 5–8 Tropfen ätherischem Öl auf dem Baumwolldocht ist die flexibelste Methode. Die Gebärende kann ihn jederzeit selbst zur Nase führen – bei einer Wehe, gegen Übelkeit oder zur Fokussierung. Viele Hebammen empfehlen, den Riechstift bereits in der Geburtsvorbereitung regelmäßig zu verwenden, damit der Duft als konditionierter Entspannungsanker wirkt: Das Gehirn verknüpft den Geruch mit Ruhe und Sicherheit, und unter der Geburt genügt ein tiefer Atemzug, um diese Assoziation abzurufen.
Dammmassage mit ätherischen Ölen zur Geburtsvorbereitung
Die Dammmassage (Perineal-Massage) bereitet das Gewebe zwischen Vaginalöffnung und Anus gezielt auf die Dehnung unter der Geburt vor. Eine Cochrane-Übersichtsarbeit zeigt, dass regelmäßige Dammmassage ab der 34.–35. SSW das Risiko schwerer Dammrisse und Episiotomien bei Erstgebärenden senken kann.[12]
Geeignete Basisöle: Süßmandelöl, Jojobaöl oder Weizenkeimöl eignen sich als Basis. Hochkonzentrierte ätherische Öle sind für den empfindlichen Dammbereich zu intensiv. Wenn Sie ätherische Öle ergänzen möchten, verwenden Sie maximal 1 Tropfen Lavendelöl auf 20 ml Trägeröl (0,25 % Verdünnung) – und führen Sie vorher einen Verträglichkeitstest auf der Innenseite des Unterarms durch.
Technik-Kurzhinweis: Ab SSW 34–35 drei- bis viermal pro Woche für 5–10 Minuten. Daumen etwa 3–5 cm einführen und mit sanftem U-förmigem Druck nach unten und zur Seite dehnen. Das leichte Brennen und Ziehen ist normal und bildet eine Gewöhnung an das Dehnungsgefühl während der Geburt. Waschen Sie vorher gründlich die Hände und kürzen Sie Ihre Fingernägel.
Nachgeburt und Wochenbett – Übergang zur Erholung
Nach der Geburt unterstützen ätherische Öle die Rückbildung und das emotionale Ankommen. Lavendelöl in einem warmen Sitzbad kann die Wundheilung im Dammbereich fördern und Beschwerden durch Geburtsverletzungen lindern. Eine detaillierte Anleitung zu heilenden Sitzbädern mit den richtigen Dosierungen finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen in der Badewanne.
Hebammen-Tipps für die Praxis
Erfahrene Hebammen, die Aromatherapie in der Geburtshilfe einsetzen, geben immer wieder ähnliche Empfehlungen. Die folgenden Hinweise stammen aus der geburtshilflichen Praxis und können Ihren Geburtsplan bereichern:
- Geburtsvorbereitungskurs mit Duft verknüpfen: Verwenden Sie bereits im Kurs und bei den Atemübungen zu Hause denselben Duft, den Sie unter der Geburt nutzen möchten. So entsteht ein konditionierter Entspannungsreflex.
- Weniger ist mehr: Viele Frauen werden unter der Geburt geruchsempfindlicher. Beginnen Sie mit niedrigen Dosierungen (2 Tropfen im Diffuser) und steigern Sie nur bei Bedarf. Wenn ein Duft plötzlich unangenehm wird, sofort wechseln oder pausieren.
- Duft-Wechsel einplanen: Was in der Eröffnungsphase angenehm ist, kann in der Übergangsphase als zu süß oder zu intensiv empfunden werden. Halten Sie mindestens zwei verschiedene Öle bereit – etwa Lavendel für die Eröffnungsphase und Pfefferminze für die Übergangsphase.
- Partner einbeziehen: Die Rücken-Massage mit ätherischem Öl gibt dem Partner eine aktive, hilfreiche Rolle. Üben Sie die Technik vorher gemeinsam.
- Klinik vorab informieren: Nicht jede Klinik erlaubt Diffuser im Kreißsaal. Klären Sie die Regeln vorher und packen Sie alternativ einen Riechstift und fertige Massageöl-Mischungen ein.
- Kein ätherisches Öl ins Geburtsbecken: Bei einer Wassergeburt dürfen keine ätherischen Öle ins Wasser gegeben werden – die empfindliche Haut und Augen des Neugeborenen könnten gereizt werden.
Sicherheitshinweise: Was Sie unbedingt beachten sollten
Ätherische Öle sind hochwirksame Pflanzenkonzentrate und müssen unter der Geburt mit besonderer Sorgfalt eingesetzt werden. Wehenfördernd wirkende Öle wie Muskatellersalbei, Jasmin und Nelke dürfen erst ab der 37. SSW verwendet werden – niemals früher, da sie theoretisch vorzeitige Wehen auslösen könnten. Bei einer Risikoschwangerschaft, vorzeitigen Wehen in der Vorgeschichte oder Komplikationen besprechen Sie jede Anwendung vorab mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.
Ätherische Öle niemals unverdünnt auf die Haut auftragen. Eine ausführliche Übersicht aller Sicherheitsregeln und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.
Verdünnen Sie ätherische Öle für die Massage während der Geburt auf 1–2 % in einem Trägeröl. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.
Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle in therapeutischer Qualität. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.
Für eine vollständige Übersicht erlaubter und verbotener Öle in der gesamten Schwangerschaft – von der Frühschwangerschaft bis zum Geburtstermin – lesen Sie den Ratgeber zu ätherischen Ölen in der Schwangerschaft. Informationen zur Pflege Ihres Babys nach der Geburt finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen für Babys.
Häufige Fragen
Ab wann darf ich wehenfördernd wirkende ätherische Öle verwenden?
Ätherische Öle mit wehenfördernder Wirkung – dazu zählen Muskatellersalbei, Jasmin und Nelke – sollten frühestens ab der 37. Schwangerschaftswoche eingesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt gilt die Schwangerschaft als termingerecht, und der Körper beginnt, sich auf die Geburt vorzubereiten. Sprechen Sie den Einsatz immer vorher mit Ihrer Hebamme ab, besonders bei Risikoschwangerschaften oder vorzeitiger Wehentätigkeit in der Vorgeschichte.
Kann Muskatellersalbeiöl Wehen auslösen?
Muskatellersalbeiöl kann die Oxytocin-Ausschüttung unterstützen, aber es löst nach aktuellem Forschungsstand keine Wehen eigenständig aus. Eine Pilotstudie von 2017 zeigte zwar einen Oxytocin-Anstieg nach Inhalation, jedoch keine messbaren Uteruskontraktionen. Muskatellersalbei kann den Geburtsprozess begleiten, wenn der Körper bereits reif ist – es ist aber kein verlässliches Mittel zur Geburtseinleitung.
Welches ätherische Öl hilft am besten gegen Wehenschmerz?
Lavendelöl (Lavandula angustifolia) ist das am besten erforschte ätherische Öl zur Schmerzlinderung unter der Geburt. Mehrere randomisierte kontrollierte Studien und eine Meta-Analyse belegen eine signifikante Schmerzreduktion. Rosenöl (Rosa damascena) zeigt in Studien zusätzlich eine starke angstlösende Wirkung. Beide Öle lassen sich gut kombinieren.
Darf ich ätherische Öle bei einer Wassergeburt verwenden?
Nein – geben Sie keine ätherischen Öle direkt ins Geburtsbecken. Die empfindliche Haut und die Augen des Neugeborenen können durch den Kontakt mit konzentrierten Ölen im Wasser gereizt werden. Nutzen Sie stattdessen einen Riechstift oder eine Raumbeduftung, die das Kind nicht direkt berührt.
Wie dosiere ich ätherische Öle für die Massage unter der Geburt?
Für die Partner-Massage während der Geburt empfiehlt sich eine Verdünnung von 1,5–2 %: Das entspricht etwa 4–6 Tropfen ätherisches Öl auf 20 ml Trägeröl (z. B. Süßmandelöl oder Jojobaöl). Bereiten Sie die Mischung am besten schon zu Hause vor und füllen Sie sie in ein kleines Fläschchen für die Kliniktasche.
Quellen
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- Hamdamian, S., Nazarpour, S., Simbar, M., Hajian, S., Mojab, F., & Talebi, A. (2018). Effects of aromatherapy with Rosa damascena on nulliparous women's pain and anxiety of labor during first stage of labor. Journal of Integrative Medicine, 16(2), 120–125. doi:10.1016/j.joim.2018.02.005
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- Takahata, K., Horiuchi, S., Tadokoro, Y., Sawano, E., & Shinohara, K. (2023). Changes in Salivary Oxytocin Level of Term Pregnant Women after Aromatherapy Footbath for Spontaneous Labor Onset. Nursing Open, 10(7), 4693–4703. doi:10.1002/nop2.1716
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