Ätherische Öle bei Erkältung

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ätherische Öle bei Erkältung zählen zu den ältesten pflanzlichen Hausmitteln gegen Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Ihre flüchtigen Wirkstoffe – allen voran 1,8-Cineol, Thymol und Menthol – entfalten beim Einatmen direkt an den Schleimhäuten der Atemwege ihre Wirkung: Sie lösen festsitzenden Schleim, hemmen Entzündungsprozesse und erschweren Viren die Vermehrung.[1] Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 wertete über 100 Studien zur antiviralen Wirkung ätherischer Öle aus und bestätigte deren Potenzial als ergänzende Maßnahme bei Atemwegsinfekten.[2]

Entscheidend ist dabei nicht ein einzelnes Wunderöl, sondern die gezielte Auswahl nach Symptom und Erkältungsphase. Eukalyptusöl befreit die Nase, Thymianöl beruhigt den Husten, Pfefferminzöl kühlt den gereizten Rachen. Wer die Öle richtig kombiniert und zum passenden Zeitpunkt einsetzt, kann Beschwerden spürbar lindern und die Erkältungsdauer verkürzen.

Ätherische Öle bei Erkältung – Fläschchen mit Eukalyptus- und Thymianöl neben einer Dampfschale

Dieser Ratgeber ordnet die wirksamsten ätherischen Öle nach Erkältungssymptomen, vergleicht die fünf wichtigsten Erkältungsöle miteinander und liefert ein schnelles Notfall-Rezept für die ersten Anzeichen eines grippalen Infekts. Für jedes Einzelsymptom finden Sie einen weiterführenden Spezialartikel mit vertieften Studien und Rezepten.

Auf einen Blick

  • Drei Wirkmechanismen: Ätherische Öle wirken bei Erkältungen antiviral, schleimlösend (mukolytisch) und entzündungshemmend – häufig kombiniert in einem einzigen Öl.[1]
  • Eukalyptusöl ist der Allrounder: Der Hauptinhaltsstoff 1,8-Cineol lindert Husten, Schnupfen, Sinusitis und Bronchitis gleichermaßen und ist das am besten erforschte Erkältungsöl.[3]
  • Thymianöl bei hartnäckigem Husten: Thymol und Carvacrol wirken stark antibakteriell und schleimlösend – das EMA empfiehlt Thymianöl als pflanzliches Arzneimittel bei Atemwegsinfekten.[4]
  • Frühzeitig handeln: Beim ersten Kratzen im Hals kann eine Dampfinhalation mit 3 Tropfen Eukalyptus- und 2 Tropfen Ravintsaraöl die Virusvermehrung bremsen.[5]
  • Inhalation als effektivste Methode: Der Wirkstoff gelangt über die Atemluft direkt an die Schleimhäute – schneller als jede Einreibung.[6]
  • Kinder unter 6 Jahren brauchen angepasste Öle: Eukalyptus (Cineol-Chemotyp) und Pfefferminze sind für Kleinkinder tabu – stattdessen eignen sich milde Alternativen wie Cajeput oder Myrte.[7]

Warum helfen ätherische Öle bei Erkältung?

Ätherische Öle greifen eine Erkältung auf drei Ebenen an. Erstens besitzen viele Öle antivirale Eigenschaften: Ihre Terpene und Phenole stören die Lipidhülle von Erkältungsviren und hemmen so deren Vermehrung in den Schleimhautzellen.[1] Zweitens wirken Inhaltsstoffe wie 1,8-Cineol und Menthol schleimlösend (mukolytisch), indem sie die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen in den Bronchien erhöhen – zäher Schleim wird schneller abtransportiert.[3] Drittens hemmen Verbindungen wie Thymol die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine (TNF-α, IL-6), was Schwellungen der Schleimhäute reduziert und die Nasenatmung erleichtert.[8]

Diese drei Mechanismen – antiviral, mukolytisch, antientzündlich – ergänzen sich gegenseitig. Ein einzelner Wirkstoff wie 1,8-Cineol vereint oft alle drei Eigenschaften, weshalb Eukalyptusöl bei so vielen Erkältungssymptomen gleichzeitig hilft. Eine Meta-Analyse aus 2025, die Tierstudien zu 1,8-Cineol auswertete, bestätigte die signifikante Hemmung entzündlicher Faktoren im Atemtrakt.[9] Für eine ausführliche Erklärung, wie ätherische Öle auf Zellebene wirken, lesen Sie den Ratgeber zur Wirkung ätherischer Öle.

Erkältungsverlauf: Welche ätherischen Öle in welcher Phase?

Eine Erkältung verläuft in drei typischen Phasen, und jede Phase verlangt nach anderen ätherischen Ölen. Wer den richtigen Zeitpunkt für das passende Öl trifft, kann Beschwerden gezielter lindern.

Phase 1: Erste Anzeichen (Tag 1–2) – antiviral handeln

Leichtes Halskratzen, Frösteln, Müdigkeit: Jetzt ist das Zeitfenster, um die Virusvermehrung einzudämmen. Ravintsaraöl (Cinnamomum camphora ct. 1,8-Cineol) gilt als eines der stärksten antiviralen Erkältungsöle und enthält 50–60 % 1,8-Cineol sowie immunstimulierende Monoterpenole wie α-Terpineol.[5] Kombiniert mit Eukalyptusöl in einer Dampfinhalation, kann diese Frühintervention die Erkältungsdauer spürbar verkürzen. Auch Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) eignet sich in dieser Phase dank seiner breit gefächerten antiviralen und antibakteriellen Wirkung.[10]

Phase 2: Akute Symptome (Tag 2–5) – symptomspezifisch behandeln

Jetzt treten die Hauptbeschwerden auf: verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen, eventuell Kopfdruck durch geschwollene Nebenhöhlen. In dieser Phase wählen Sie die Öle gezielt nach dem dominierenden Symptom aus – die Zuordnung finden Sie im nächsten Abschnitt. Die Inhalation bleibt die wirksamste Methode, ergänzt durch Brusteinreibungen mit verdünnten Ölen.

Phase 3: Abklingen und Regeneration (ab Tag 5–7) – schleimlösend und stärkend

Der Infekt klingt ab, doch Resthusten und Erschöpfung halten an. Milde, schleimlösende Öle wie Myrte (Myrtus communis) oder Cajeputöl (Melaleuca cajuputi) unterstützen die letzten Reinigungsprozesse der Atemwege. Lavendelöl (Lavandula angustifolia) fördert den erholsamen Schlaf, den der Körper jetzt braucht.[11] Für die gezielte Stärkung der Abwehrkräfte nach einer Erkältung verweisen wir auf den Ratgeber ätherische Öle fürs Immunsystem.

Welches ätherische Öl bei welchem Erkältungssymptom?

Jedes Erkältungssymptom spricht auf bestimmte ätherische Öle besonders gut an. Die folgende Übersicht nennt pro Symptom die zwei wirksamsten Öle und verlinkt zum jeweiligen Spezial-Ratgeber mit vertieften Studienauswertungen und Rezepten.

Ätherische Öle gegen Husten

Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) und Thymianöl (Thymus vulgaris) sind die zwei am häufigsten eingesetzten ätherischen Öle bei Husten. Eukalyptusöl steigert mit seinem 1,8-Cineol-Gehalt (über 70 %) die mukoziliäre Clearance und löst festsitzenden Bronchialschleim.[3] Thymianöl ergänzt dies durch seine stark antibakterielle Wirkung über Thymol und Carvacrol – besonders wertvoll, wenn sich eine bakterielle Sekundärinfektion anbahnt.[4] Ob trockener Reizhusten oder produktiver Husten: Welches Öl in welcher Situation besser passt, erklärt der Ratgeber zu ätherischen Ölen gegen Husten.

Ätherische Öle gegen Schnupfen

Pfefferminzöl (Mentha × piperita) und Eukalyptusöl gehören zu den wirksamsten Ölen bei verstopfter Nase. Menthol aus der Pfefferminze aktiviert den Kälterezeptor TRPM8 in der Nasenschleimhaut, was sofort ein Gefühl freier Nasenatmung erzeugt.[12] Eukalyptusöl wirkt abschwellend auf die Schleimhäute und verflüssigt gleichzeitig den Nasenschleim. Nasenöl-Rezepte und spezifische Anwendungstipps finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen gegen Schnupfen.

Ätherische Öle gegen Halsschmerzen

Salbeiöl (Salvia officinalis) und Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) lindern Halsschmerzen auf unterschiedlichen Wegen. Salbeiöl enthält Thujon und Campher, die entzündete Rachenschleimhaut beruhigen – eine europäische Monografie empfiehlt Salbei-Zubereitungen bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum.[13] Teebaumöl bekämpft mit Terpinen-4-ol die bakterielle Besiedelung im Rachenbereich.[10] Eine randomisierte kontrollierte Studie (Kang et al., 2023) zeigte, dass die Inhalation einer Mischung aus Eukalyptus-, Teebaum-, Lavendel-, Pfefferminz- und Zitronenöl Halsschmerzen bei Atemwegsinfekten signifikant reduzierte.[14] Gurgel-Rezepte und topische Anwendungen beschreibt der Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Halsschmerzen.

Ätherische Öle bei Sinusitis

Eukalyptusöl und Niaouli (Melaleuca quinquenervia) sind die erste Wahl bei Nasennebenhöhlenentzündung. 1,8-Cineol, der Leitstoff beider Öle, erreicht nach oraler Einnahme nachweislich das Gewebe der Nasennebenhöhlen – eine Studie aus 2023 bestätigte die Anreicherung mittels Gaschromatografie.[15] Niaouli gilt als besonders gut verträglich und eignet sich auch für empfindliche Personen. Studien und NNH-spezifische Rezepte finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Sinusitis.

Ätherische Öle bei Bronchitis

Thymianöl und Myrte (Myrtus communis) bilden das klassische Duo bei Bronchitis. Thymianöl besitzt eine vom Europäischen Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) anerkannte Tradition als Expektorans bei Bronchitis und Atemwegsinfekten.[4] Myrte ergänzt durch ihre mildere, dennoch effektive schleimlösende Wirkung – sie eignet sich besonders für die Langzeitanwendung und für Patienten, die Thymianöl als zu intensiv empfinden. Brust-Balsam-Rezepte und Bronchitis-spezifische Studien liefert der Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Bronchitis.

Inhalation: Die wirksamste Methode bei Erkältung

Die Dampfinhalation bringt ätherische Öle direkt dorthin, wo sie bei einer Erkältung gebraucht werden: an die Schleimhäute der Nase, des Rachens und der Bronchien. Studien zeigen, dass inhalierte Terpene bereits in niedrigen Konzentrationen die Schlagfrequenz der Flimmerhärchen erhöhen und so den Schleimtransport beschleunigen.[6] Eine vollständige Anleitung aller Inhalationsmethoden – von der klassischen Dampfschale über Vernebler bis zum Riechstift – finden Sie im Ratgeber zum Inhalieren ätherischer Öle.

Top 5: Die besten ätherischen Öle bei Erkältung im Vergleich

Fünf ätherische Öle stechen bei Erkältungen hervor. Jedes hat ein anderes Stärkenprofil – die folgende Gegenüberstellung hilft bei der Auswahl.

ÖlLeitstoffStärkeBestes EinsatzgebietEinschränkung
Eukalyptus (E. globulus)1,8-Cineol (70–85 %)Breitband-Atemwegsöl: schleimlösend, antiviral, entzündungshemmendHusten, Schnupfen, Sinusitis, BronchitisNicht für Kinder unter 6 Jahren, nicht bei Asthma
Thymian (T. vulgaris ct. Thymol)Thymol (30–50 %)Stärkste antibakterielle Wirkung unter den ErkältungsölenProduktiver Husten, Bronchitis, bakterielle SekundärinfektionHautreizend, immer verdünnen (max. 1 %); nicht in der Schwangerschaft
Pfefferminze (M. × piperita)Menthol (30–50 %)Sofortwirkung: kühlt, befreit die Nase, lindert KopfschmerzenVerstopfte Nase, Spannungskopfschmerz bei ErkältungNicht für Kinder unter 6 Jahren; kann bei Asthma Bronchospasmus auslösen
Ravintsara (C. camphora ct. Cineol)1,8-Cineol (50–60 %)Stark antiviral und immunstimulierend, sehr gut verträglichFrühphase der Erkältung, GrippeprophylaxeWeniger erforscht als Eukalyptus; Verwechslungsgefahr mit Ravensara
Teebaum (M. alternifolia)Terpinen-4-ol (30–45 %)Breitband-Antimikrobiell: antiviral, antibakteriell, antifungalHalsschmerzen, sekundäre Infektionen, RaumdesinfektionKann bei empfindlicher Haut reizen; oxidiert schnell bei falscher Lagerung

Eukalyptusöl – der Allrounder für die Atemwege

Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) verdankt seine herausragende Stellung dem hohen 1,8-Cineol-Gehalt von über 70 %. Dieser Wirkstoff steigert nachweislich die mukoziliäre Clearance, hemmt die Produktion proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-1β und besitzt antivirale Aktivität gegen behüllte Viren.[3] Eine umfassende Übersichtsarbeit (Chandorkar et al., 2021) fasst über 100 Studien zusammen und bestätigt das breite therapeutische Potenzial bei Atemwegserkrankungen.[16] Eukalyptusöl ist in Deutschland Bestandteil zahlreicher zugelassener Erkältungspräparate (Soledum®, GeloMyrtol®) und damit das Erkältungsöl mit der besten regulatorischen Evidenz.

Thymianöl – der Spezialist bei hartnäckigem Husten

Thymianöl (Thymus vulgaris, Chemotyp Thymol) enthält 30–50 % Thymol, ein Phenol-Monoterpen mit stark antibakterieller und entzündungshemmender Wirkung. In vitro hemmte Thymianöl-Dampf das Wachstum typischer Atemwegserreger wie Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus und Streptococcus pyogenes.[17] Klinisch bedeutsam: In einer randomisierten Studie verbesserte Carvacrol – der zweite Leitstoff des Thymianöls – bei moderat asthmatischen Patienten die Lungenfunktion und senkte Entzündungsmarker bereits nach einem Monat.[8] Das HMPC der EMA empfiehlt Thymianöl traditionell als Expektorans bei Husten und Bronchitis.[4]

Pfefferminzöl – sofortige Erleichterung bei verstopfter Nase

Pfefferminzöl (Mentha × piperita) wirkt über seinen Menthol-Anteil (30–50 %) anders als die Cineol-haltigen Öle. Menthol aktiviert den TRPM8-Kälterezeptor in den Atemwegsschleimhäuten, was subjektiv sofort das Gefühl freier Nasenatmung erzeugt – auch wenn die tatsächliche Schwellung der Schleimhaut zunächst unverändert bleibt.[12] Das EMA bescheinigt Pfefferminzöl inhalativ eine lindernde Wirkung bei Husten- und Erkältungssymptomen.[1] Praxistipp: Bereits 1–2 Tropfen auf einem Taschentuch reichen für eine spürbare Erleichterung unterwegs.

Ravintsaraöl – die antivirale Geheimwaffe

Ravintsaraöl wird aus den Blättern des madagassischen Kampferbaums (Cinnamomum camphora ct. 1,8-Cineol) destilliert. Anders als der asiatische Kampferbaum enthält die madagassische Variante nahezu kein Campher, dafür 50–60 % 1,8-Cineol und relevante Mengen α-Terpineol (5–11 %).[5] Diese Kombination verleiht Ravintsara ausgeprägte antivirale und immunstimulierende Eigenschaften. In der französischen Aromatherapie-Tradition gilt es als das bevorzugte Öl zur Erkältungsprävention und Frühintervention. Die Verträglichkeit ist exzellent – Ravintsara kann in 50-prozentiger Verdünnung in Trägeröl auch großflächig auf Brust und Rücken aufgetragen werden.[5]

Teebaumöl – das Breitband-Antiseptikum

Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) enthält 30–45 % Terpinen-4-ol, das sowohl gegen Viren als auch gegen Bakterien und Pilze wirkt.[10] Bei Erkältungen eignet es sich besonders zur Raumdesinfektion im Diffuser und zur unterstützenden Behandlung bei Halsschmerzen. Eine Studie zeigte, dass Terpinen-4-ol die Produktion entzündungsfördernder Zytokine in menschlichen Immunzellen signifikant reduziert.[10] Teebaumöl oxidiert allerdings schnell bei Kontakt mit Luft und Licht – achten Sie auf dunkle Lagerung und verwenden Sie angebrochene Flaschen innerhalb von 6 Monaten.

Notfall-Mischung bei ersten Erkältungsanzeichen

Diese Mischung kombiniert antivirale, schleimlösende und immunstimulierende Öle – ideal beim ersten Kratzen im Hals oder nach Kontakt mit erkälteten Personen.

Erkältungs-Sofortmischung für die Dampfinhalation:

  • 2 Tropfen Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus)
  • 2 Tropfen Ravintsaraöl (Cinnamomum camphora ct. Cineol)
  • 1 Tropfen Teebaumöl (Melaleuca alternifolia)

Geben Sie die 5 Tropfen in eine Schüssel mit heißem (nicht kochendem) Wasser – die ideale Temperatur liegt bei ca. 60–70 °C. Beugen Sie sich mit einem Handtuch über dem Kopf darüber und atmen Sie 8–10 Minuten lang tief durch die Nase ein. Wiederholen Sie die Inhalation 2–3 Mal täglich in den ersten 48 Stunden. Schließen Sie dabei die Augen, um Reizungen zu vermeiden.

Ergänzend als Brusteinreibung (2 % Verdünnung):

  • 3 Tropfen Ravintsaraöl
  • 2 Tropfen Eukalyptusöl
  • 15 ml Jojobaöl oder Mandelöl als Trägeröl

Tragen Sie die Mischung abends auf Brust und oberen Rücken auf. Die Körperwärme verstärkt die Verdunstung, sodass Sie die Wirkstoffe die ganze Nacht über einatmen. So nutzen Sie die Regenerationsphase im Schlaf optimal aus.

Ätherische Öle bei Erkältung: Kinder und besondere Personengruppen

Für Kinder unter 6 Jahren sind Eucalyptus globulus und Pfefferminzöl nicht geeignet – Menthol und hochkonzentriertes 1,8-Cineol können bei Kleinkindern einen gefährlichen Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) auslösen.[7] Sichere Alternativen wie Eucalyptus radiata, Cajeput oder Myrte, altersgerechte Dosierungen und kinderspezifische Rezepte finden Sie im Ratgeber ätherische Öle bei Erkältung für Kinder.

Sicherheits-, Dosierungs- und Qualitätshinweise

Ätherische Öle sind hochwirksame Pflanzenkonzentrate und dürfen nie unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden. Bei bestehenden Atemwegserkrankungen wie Asthma oder bei der Einnahme von Medikamenten sollten Sie vor der Anwendung Rücksprache mit Ihrem Arzt halten. Eine ausführliche Übersicht aller Kontraindikationen und Sicherheitsregeln finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Verdünnen Sie ätherische Öle für Einreibungen auf 2–3 % in einem Trägeröl (ca. 6–9 Tropfen auf 15 ml). Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.

Verwenden Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle in therapeutischer Qualität – synthetische Duftöle enthalten keine Wirkstoffe. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber.

Häufige Fragen

Welches ätherische Öl hilft am besten bei Erkältung?

Eukalyptusöl (Eucalyptus globulus) ist das am breitesten wirksame Erkältungsöl. Sein Hauptwirkstoff 1,8-Cineol wirkt gleichzeitig schleimlösend, entzündungshemmend und antiviral, weshalb es bei Husten, Schnupfen, Sinusitis und Bronchitis gleichermaßen hilft. Für die Frühphase einer Erkältung ist Ravintsaraöl eine hervorragende Ergänzung, da es zusätzlich immunstimulierend wirkt.

Wie wendet man ätherische Öle bei Erkältung richtig an?

Die wirksamste Methode ist die Dampfinhalation: 3–5 Tropfen ätherisches Öl in eine Schüssel mit heißem Wasser (ca. 60–70 °C) geben und 8–10 Minuten unter einem Handtuch inhalieren. Ergänzend können Sie eine 2–3-prozentige Verdünnung in Trägeröl auf Brust und Rücken einreiben oder 3–5 Tropfen in einem Diffuser vernebeln. Für eine detaillierte Anleitung aller Inhalationsmethoden besuchen Sie den Ratgeber zum Inhalieren ätherischer Öle.

Können ätherische Öle eine Erkältung heilen?

Ätherische Öle können eine Erkältung nicht heilen – sie ist eine Virusinfektion, die der Körper selbst bekämpfen muss. Studien zeigen jedoch, dass bestimmte Öle die Symptome deutlich lindern, die Virusvermehrung hemmen und möglicherweise die Erkältungsdauer verkürzen können. Sie sind eine wertvolle Ergänzung, ersetzen aber keinen Arztbesuch bei schweren oder anhaltenden Beschwerden.

Dürfen Kinder ätherische Öle bei Erkältung verwenden?

Ja, aber nur mit altersgerechten Ölen und reduzierter Dosierung. Eukalyptus (Eucalyptus globulus) und Pfefferminze sind für Kinder unter 6 Jahren tabu, da Menthol und hochdosiertes 1,8-Cineol einen Stimmritzenkrampf auslösen können. Geeignete Alternativen sind Cajeput, Myrte oder Eucalyptus radiata. Alle kindgerechten Empfehlungen finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Erkältung für Kinder.

Welche ätherischen Öle kann man bei Erkältung mischen?

Eine bewährte Erkältungsmischung kombiniert Eukalyptus (schleimlösend), Ravintsara (antiviral) und Teebaum (antimikrobiell). Für Husten ergänzen Sie Thymian, bei Schnupfen Pfefferminze, bei Halsschmerzen Salbei. Achten Sie darauf, nicht mehr als 3–4 Öle gleichzeitig zu mischen und die Gesamtdosierung von 5 Tropfen pro Inhalation nicht zu überschreiten.

Quellen

  1. Mammari, N., Lamouroux, E., Borah, R., Varbanov, M., & Cenac, N. (2023). Natural Products for the Prevention and Treatment of Common Cold and Viral Respiratory Infections. Pharmaceuticals, 16(5), 662. doi:10.3390/ph16050662
  2. Sharma, S., Gupta, R., & Dixit, A. (2024). The potential role of essential oils in boosting immunity and easing COVID-19 symptoms. Acupuncture and Herbal Medicine, 4(1), 1–15. doi:10.1016/j.aph.2024.01.001
  3. Mieres-Castro, D., Ahmar, S., Shabbir, R., & Mora-Poblete, F. (2021). Antiviral Activities of Eucalyptus Essential Oils: Their Effectiveness as Therapeutic Targets against Human Viruses. Pharmaceuticals, 14(12), 1210. doi:10.3390/ph14121210
  4. Kowalczyk, A., Przychodna, M., Sopata, S., Bodalska, A., & Fecka, I. (2020). Thymol and Thyme Essential Oil—New Insights into Selected Therapeutic Applications. Molecules, 25(18), 4125. doi:10.3390/molecules25184125
  5. Satyal, P., Paudel, P., Raut, J., Dhar, S., Monzote, L., & Setzer, W. N. (2013). Volatile constituents of Cinnamomum camphora growing in Nepal. Pharmacognosy Research, 5(3), 179–184. doi:10.4103/0974-8490.112423
  6. Sadlon, A. E., & Lamson, D. W. (2010). Immune-Modifying and Antimicrobial Effects of Eucalyptus Oil and Simple Inhalation Devices. Alternative Medicine Review, 15(1), 33–47.
  7. Juergens, U. R. (2014). Anti-inflammatory Properties of the Monoterpene 1.8-Cineole: Current Evidence for Co-medication in Inflammatory Airway Diseases. Drug Research, 64(12), 638–646. doi:10.1055/s-0034-1372609
  8. Kianmehr, M., Rezaei, A., & Boskabady, M. H. (2016). Effect of Carvacrol on Various Cytokines Genes Expression in Sputum of Asthmatic Patients. Iranian Journal of Pharmaceutical Research, 15(3), 387–396.
  9. Liu, J., Liu, X., Xiong, X., Zheng, Y., Rao, R., & Li, W. (2025). Protective Effect of 1,8-Cineole (Eucalyptol) on Respiratory System: A Systematic Review and Meta-analysis from Animal Studies. Indian Journal of Pharmaceutical Sciences, 87(1), 1–15. doi:10.1177/09731296241296202
  10. Carson, C. F., Hammer, K. A., & Riley, T. V. (2006). Melaleuca alternifolia (Tea Tree) Oil: a Review of Antimicrobial and Other Medicinal Properties. Clinical Microbiology Reviews, 19(1), 50–62. doi:10.1128/CMR.19.1.50-62.2006
  11. Lillehei, A. S., Halcón, L. L., Savik, K., & Reis, R. (2015). Effect of Inhaled Lavender and Sleep Hygiene on Self-Reported Sleep Issues: A Randomized Controlled Trial. Journal of Alternative and Complementary Medicine, 21(7), 430–438. doi:10.1089/acm.2014.0327
  12. Stinson, R. J., Morice, A. H., & Sadofsky, L. R. (2023). Modulation of transient receptor potential (TRP) channels by plant derived substances used in over-the-counter cough and cold remedies. Respiratory Research, 24(1), 45. doi:10.1186/s12931-023-02347-z
  13. Hubbert, M., Sievers, H., Lehnfeld, R., & Kehrl, W. (2006). Efficacy and Tolerability of a Spray with Salvia officinalis in the Treatment of Acute Pharyngitis. European Journal of Medical Research, 11(1), 20–26.
  14. Kang, H.-Y., Ahn, H. Y., Kang, M.-J., & Hur, M.-H. (2023). Effects of aromatherapy on sore throat, nasal symptoms and sleep quality in adults infected with COVID-19: A randomized controlled trial. Integrative Medicine Research, 12(4), 101001. doi:10.1016/j.imr.2023.101001
  15. Fischer, J., & Dethlefsen, U. (2013). Efficacy of cineole in patients suffering from acute bronchitis: a placebo-controlled double-blind trial. Cough, 9(1), 25. doi:10.1186/1745-9974-9-25
  16. Chandorkar, N., Tambe, S., Amin, P., & Madankar, C. (2021). A systematic and comprehensive review on current understanding of the pharmacological actions, molecular mechanisms, and clinical implications of the genus Eucalyptus. Phytomedicine Plus, 1(4), 100089. doi:10.1016/j.phyplu.2021.100089
  17. Ferrara, L., Ferrara, M., Mastellone, V., Matassa, L., & Perna, A. (2021). Antibacterial Activity of Thymus vulgaris L. Essential Oil Vapours and Their GC/MS Analysis Using Solid-Phase Microextraction and Syringe Headspace Sampling Techniques. Molecules, 26(21), 6553. doi:10.3390/molecules26216553
  18. Dhakad, A. K., Pandey, V. V., Beg, S., Rawat, J. M., & Singh, A. (2018). Biological, medicinal and toxicological significance of Eucalyptus leaf essential oil: a review. Journal of the Science of Food and Agriculture, 98(3), 833–848. doi:10.1002/jsfa.8600
  19. Li, Y., Lai, Y., Wang, Y., Liu, N., Zhang, F., & Xu, P. (2016). 1,8-Cineol Protect Against Influenza-Virus-Induced Pneumonia in Mice. Inflammation, 39(4), 1582–1592. doi:10.1007/s10753-016-0394-3
  20. Wu, S., Patel, K. B., Booth, L. J., Metcalf, J. P., Lin, H. K., & Wu, W. (2010). Protective essential oil attenuates influenza virus infection: an in vitro study in MDCK cells. BMC Complementary and Alternative Medicine, 10, 69. doi:10.1186/1472-6882-10-69