Diffuser für ätherische Öle

Zuletzt aktualisiert: 14.02.26

Ein Diffuser für ätherische Öle verteilt flüchtige Pflanzenwirkstoffe als feinen Nebel oder Dampf im Raum – ohne die empfindlichen Moleküle durch Hitze zu zerstören. Anders als eine Duftlampe oder ein Raumspray arbeiten moderne Diffuser mit Ultraschall, Kaltluft oder Ventilation und erhalten so das vollständige Wirkstoffprofil der Öle. Studien zeigen, dass die Inhalation ätherischer Öle über Diffuser Stress reduzieren, die Stimmung heben und die Schlafqualität verbessern kann.[1]

Der Markt für Aromatherapie-Diffuser wächst rasant: Ultraschall-Diffuser machen mit rund 67 % den größten Marktanteil aus.[2] Kein Wunder – sie sind leise, erschwinglich und einfach zu bedienen. Doch Ultraschall ist nicht die einzige Option. Vernebler, Ventilator-Diffuser, Wärme-Diffuser und kompakte USB-Modelle haben jeweils eigene Stärken, die je nach Einsatzzweck und Raumgröße besser passen.

Diffuser für ätherische Öle verteilt feinen Nebel in einem Wohnraum

Dieser Ratgeber vergleicht alle gängigen Diffuser-Typen, erklärt die Technik dahinter und gibt Ihnen eine praxisnahe Kaufberatung an die Hand. Sie erfahren, wie viele Tropfen ätherisches Öl Sie für welche Raumgröße benötigen, wie Sie Ihren Diffuser richtig reinigen und welche Sicherheitsregeln Sie beachten sollten – insbesondere mit Kindern oder Haustieren im Haushalt.

Auf einen Blick

  • Beliebtester Typ: Ultraschall-Diffuser erzeugen per Schwingmembran einen kalten Wassernebel mit ätherischem Öl – leise, günstig und für Räume bis ca. 30 m² geeignet.
  • Stärkste Duftleistung: Vernebler (Kaltluft-Diffuser) arbeiten ohne Wasser und liefern eine höhere Duftkonzentration – ideal für große Räume oder therapeutische Zwecke.
  • Dosierung: Als Richtwert gelten 3–5 Tropfen für kleine Räume (<15 m²), 5–8 Tropfen für mittlere Räume (15–30 m²) und 8–12 Tropfen für große Räume (>30 m²).
  • Laufzeit: Betreiben Sie den Diffuser in Intervallen von 30–60 Minuten mit anschließender Pause – nicht durchgehend den ganzen Tag.
  • Reinigung: Leeren Sie den Wassertank nach jeder Nutzung und reinigen Sie das Gerät mindestens einmal pro Woche, um Kalk und Keimbildung zu vermeiden.
  • Sicherheit: Katzen fehlen bestimmte Leberenzyme zum Abbau ätherischer Öle – diffusen Sie in Haushalten mit Katzen nur kurzzeitig, in gut belüfteten Räumen und mit einem Fluchtweg für das Tier.

Was ist ein Diffuser für ätherische Öle und wie funktioniert er?

Ein Diffuser für ätherische Öle ist ein Gerät, das konzentrierte Pflanzenextrakte in mikroskopisch kleine Partikel zerlegt und im Raum verteilt. Die Öltröpfchen gelangen über die Atemluft an die Nasenschleimhaut, wo Riechrezeptoren die Duftmoleküle aufnehmen und Signale an das limbische System im Gehirn weiterleiten.[3] Dieses Hirngebiet steuert Emotionen, Erinnerungen und vegetative Funktionen – weshalb Düfte unmittelbar auf Stimmung und Wohlbefinden wirken können.

Entscheidend ist die Methode, mit der das Öl zerstäubt wird. Hitzfreie Verfahren wie Ultraschall oder Kaltluftvernebelung gelten als vorteilhaft, weil sie die chemische Struktur der ätherischen Öle bewahren. Bei wärmebasierten Methoden können empfindliche Monoterpene und Ester teilweise abgebaut werden, was den Duft verändert und die aromatherapeutische Wirkung schmälern kann.[4]

Welche Diffuser-Typen gibt es? – Fünf Modelle im Vergleich

Der Diffuser-Markt bietet fünf grundlegende Bauformen, die sich in Funktionsprinzip, Duftintensität, Lautstärke und Preis deutlich unterscheiden. Die folgende Übersicht hilft Ihnen, den passenden Typ für Ihre Anforderungen zu finden.

Ultraschall-Diffuser: Der Allrounder für zu Hause

Ultraschall-Diffuser sind der meistverkaufte Diffuser-Typ weltweit. Im Inneren des Geräts sitzt eine kleine Keramikscheibe (piezoelektrische Membran), die mit Ultraschallfrequenz vibriert – typischerweise bei 2,4 MHz. Diese Schwingungen zerteilen eine Mischung aus Wasser und ätherischem Öl in einen feinen Kaltnebel, der lautlos aus dem Gerät aufsteigt.[5]

Vorteile: Ultraschall-Diffuser arbeiten sehr leise (meist unter 30 dB), verbrauchen wenig Strom und sind bereits ab 20–30 € erhältlich. Viele Modelle bieten Timer, LED-Beleuchtung und eine automatische Abschaltung bei leerem Tank. Da sie Wasser vernebeln, wirken sie nebenbei als leichter Luftbefeuchter – ein Pluspunkt in der Heizsaison.

Nachteile: Das Wasser verdünnt die Ölkonzentration im Nebel, wodurch die Duftintensität geringer ausfällt als bei einem Vernebler. In besonders feuchten Räumen oder großen Zimmern über 35 m² kann die Reichweite eingeschränkt sein. Der Wassertank muss regelmäßig gereinigt werden, um Kalkablagerungen und Keimbildung zu vermeiden.

Vernebler (Kaltluft-Diffuser): Maximale Duftkonzentration ohne Wasser

Vernebler – auch Kaltluft-Diffuser oder Nebulizer genannt – arbeiten gänzlich ohne Wasser. Ein kleiner Kompressor presst Raumluft durch eine Düse, in der das reine ätherische Öl in mikroskopisch feine Partikel zerstäubt wird. Da keine Verdünnung stattfindet, gelangt das Öl in voller Konzentration in die Raumluft.[6]

Vorteile: Vernebler liefern die intensivste Duftleistung aller Diffuser-Typen und eignen sich auch für große Räume über 40 m². Die reinen, unverdünnten Ölpartikel maximieren die aromatherapeutische Wirkung. Kein Wassertank bedeutet kein Kalkproblem und weniger Reinigungsaufwand am Reservoir.

Nachteile: Vernebler sind lauter als Ultraschall-Modelle, da der Kompressor hörbare Betriebsgeräusche erzeugt. Der Ölverbrauch liegt deutlich höher – ein wichtiger Kostenfaktor bei teuren Ölen. Die Geräte starten preislich ab etwa 50–80 € und die Glasdüse erfordert regelmäßige Reinigung mit Alkohol, um Verstopfungen zu verhindern.

Ventilator-Diffuser (Pad-Diffuser): Einfach und geräuschlos

Ventilator-Diffuser sind die simpelste Bauform. Sie bestehen aus einem kleinen Lüfter und einem Vlies- oder Filzpad, auf das Sie wenige Tropfen ätherisches Öl träufeln. Der Ventilator bläst Raumluft über das Pad und verteilt den Duft. Manche Modelle arbeiten komplett ohne Strom – das Öl verdunstet dann allein durch die Raumluft.

Vorteile: Nahezu lautlos, extrem stromsparend, kein Wasser nötig, sehr leicht und kompakt. Ideal für den Schreibtisch, das Schlafzimmer oder kleine Räume bis 15 m².

Nachteile: Die Duftreichweite ist begrenzt, die Intensität lässt sich kaum regulieren, und das Pad muss regelmäßig gewechselt werden. Für größere Räume oder eine gezielte aromatherapeutische Anwendung reicht die Vernebelung nicht aus.

Wärme-Diffuser (elektrische Verdunstung): Leise, aber mit Einschränkungen

Elektrische Wärme-Diffuser erhitzen das ätherische Öl sanft, sodass es verdunstet. Im Unterschied zur klassischen Duftlampe mit Teelicht nutzen sie eine niedrige, kontrollierte Temperatur – meist zwischen 40 und 60 °C.

Vorteile: Sehr leise, kein Wasser nötig, günstiger Anschaffungspreis, einfache Bedienung. Die gleichmäßige Wärme sorgt für ein kontinuierliches Dufterlebnis.

Nachteile: Wärme verändert die Molekülstruktur empfindlicher Ölkomponenten. Vor allem Monoterpene wie Linalool und Linalylacetat – Hauptwirkstoffe in Lavendelöl – können bei Hitze teilweise oxidieren.[4] Das verändert den Duftcharakter und kann die aromatherapeutische Wirksamkeit verringern. Für Anwender, die primär eine angenehme Raumbeduftung wünschen, spielt das eine untergeordnete Rolle. Wer gezielt therapeutisch arbeiten möchte, greift besser zu einem Ultraschall-Diffuser oder Vernebler.

USB-Diffuser und Autodiffuser: Aromatherapie für unterwegs

Kompakte USB-Diffuser werden über einen Laptop, eine Powerbank oder den USB-Anschluss im Auto betrieben. Auto-Diffuser arbeiten meist mit einem Clip, der an der Lüftungsdüse befestigt wird, und verdunsten das Öl über ein kleines Filzpad oder per Miniatur-Ultraschall.

Vorteile: Klein, leicht, günstig und flexibel einsetzbar – im Büro, auf Reisen oder im Fahrzeug. Ideal für eine persönliche Duftzone am Arbeitsplatz.

Nachteile: Sehr begrenztes Raumvolumen, geringe Duftintensität, kurze Laufzeit. Für größere Räume oder ganzheitliche Aromatherapie nicht geeignet.

Diffuser-Typen im Vergleich: Welcher Diffuser passt zu Ihnen?

EigenschaftUltraschallVerneblerVentilator/PadWärme (elektrisch)USB/Auto
Wasser nötigJaNeinNeinNeinModellabhängig
DuftintensitätMittelHochNiedrigMittelNiedrig
RaumgrößeBis 30–40 m²Bis 60+ m²Bis 15 m²Bis 20 m²Bis 5 m²
LautstärkeSehr leiseHörbarNahezu lautlosLautlosLeise
ÖlverbrauchGeringHochGeringMittelGering
Erhalt der WirkstoffeVollständigVollständigVollständigEingeschränktVollständig
LuftbefeuchtungLeichtNeinNeinNeinNein
Preisspanne20–80 €50–150 €10–30 €15–40 €10–25 €

Worauf sollten Sie beim Diffuser-Kauf achten?

Die Wahl des richtigen Diffusers hängt von Ihrem Einsatzzweck, der Raumgröße und persönlichen Vorlieben ab. Sechs Kriterien verdienen besondere Aufmerksamkeit.

Raumgröße und Vernebelungsleistung

Die Raumgröße ist das wichtigste Kaufkriterium. Ein Ultraschall-Diffuser mit 100-ml-Tank reicht für ein Schlafzimmer von 15 m², wird aber im offenen Wohnbereich von 40 m² kaum wahrnehmbar sein. Achten Sie auf die Herstellerangabe zur empfohlenen Raumgröße. Für große oder offene Räume empfiehlt sich ein Vernebler oder ein Ultraschall-Modell mit mindestens 300 ml Tankvolumen und starker Nebelleistung.

Lautstärke

Wenn der Diffuser im Schlafzimmer laufen soll, ist ein Betriebsgeräusch unter 30 dB ratsam – das entspricht etwa einem leisen Flüstern. Ultraschall-Diffuser und Pad-Diffuser erfüllen dieses Kriterium meist problemlos. Vernebler erzeugen durch den Kompressor deutlich mehr Geräusch und eignen sich eher für Wohn- oder Arbeitsbereiche.

Timer und Intervall-Funktion

Ein Timer schützt vor übermäßiger Duftexposition. Hochwertige Modelle bieten neben einer festen Zeitabschaltung (z. B. 1, 2 oder 4 Stunden) auch eine Intervall-Funktion: 30 Sekunden Nebel, 30 Sekunden Pause. Diese Betriebsart verlängert die Laufzeit, spart Öl und verhindert eine Gewöhnung der Nase (olfaktorische Adaptation).

Wassertankgröße

Kleine Tanks (80–150 ml) reichen für 3–5 Stunden Betrieb und eignen sich für kurze Sitzungen oder kleine Räume. Tanks mit 300–500 ml laufen bis zu 10 Stunden und decken einen ganzen Abend oder eine Nacht ab. Bedenken Sie: Je größer der Tank, desto wichtiger wird die regelmäßige Reinigung.

Beleuchtung und Design

Viele Ultraschall-Diffuser integrieren LED-Lichter, die den Nebel farbig beleuchten. Im Schlafzimmer kann eine warme, dimmbare Lichtfarbe eine stimmungsvolle Atmosphäre schaffen. Achten Sie darauf, dass sich das Licht separat abschalten lässt – ein dauerhaft leuchtendes Gerät stört den Schlaf. Beim Material dominieren BPA-freier Kunststoff, Keramik und Holzoptik. Keramik und Echtholz sind langlebiger und ästhetisch ansprechender, aber auch teurer.

Material und Verarbeitung

Der Wassertank sollte aus BPA-freiem Kunststoff oder Keramik bestehen, um keine Schadstoffe an das Wasser abzugeben. Bei Verneblern ist die Glasdüse ein Qualitätsmerkmal: Hochwertiges Borosilikatglas ist hitze- und chemikalienbeständiger als herkömmliches Glas. Achten Sie zudem auf eine CE-Kennzeichnung und ein GS-Prüfzeichen, die Elektrosicherheit nach europäischen Standards bestätigen.

Wie viele Tropfen ätherisches Öl gehören in den Diffuser?

Die richtige Dosierung im Diffuser richtet sich primär nach der Raumgröße. Als praxisbewährte Faustregel gelten folgende Richtwerte:

  • Kleiner Raum (<15 m²): 3–5 Tropfen ätherisches Öl
  • Mittlerer Raum (15–30 m²): 5–8 Tropfen
  • Großer Raum (>30 m²): 8–12 Tropfen

Starten Sie immer am unteren Ende der Dosierung und erhöhen Sie schrittweise. Manche Öle wie Pfefferminzöl oder Eukalyptusöl duften intensiver als beispielsweise Orangenöl – hier genügen bereits 2–3 Tropfen für einen kleinen Raum. Die vollständigen Verdünnungstabellen und Dosierungsempfehlungen nach Anwendungsmethode und Altersgruppe finden Sie im Dosierungsratgeber.

Anwendungstipps: So nutzen Sie Ihren Diffuser richtig

Ein Diffuser für ätherische Öle entfaltet seine Wirkung am besten, wenn Sie einige Praxisregeln beachten.

Intervall-Betrieb statt Dauerlauf: Betreiben Sie den Diffuser in Zyklen von 30–60 Minuten, gefolgt von einer ebenso langen Pause. Der Grund: Die Nase gewöhnt sich nach 15–20 Minuten an einen konstanten Duft (olfaktorische Adaptation), sodass Sie ihn kaum noch wahrnehmen – obwohl die Konzentration in der Raumluft weiter steigt. Intervalle halten die Duftwahrnehmung frisch und vermeiden eine unnötige Überexposition.[7]

Frische Luft einplanen: Lüften Sie den Raum vor und nach der Diffuser-Sitzung kurz durch. In dauerhaft geschlossenen Räumen kann die Ölkonzentration in der Luft zu hoch werden, was Kopfschmerzen oder Schwindel auslösen kann – selbst bei ansonsten gut verträglichen Ölen wie Lavendelöl.

Standort wählen: Platzieren Sie den Diffuser auf einer stabilen, ebenen Fläche in der Raummitte oder in Wandnähe – nicht direkt neben dem Bett oder Sofa. Ein Abstand von mindestens einem Meter zur nächsten Person sorgt für eine gleichmäßige Verteilung, ohne den Nebel direkt einzuatmen.

Weniger ist mehr: Ein häufiger Anfängerfehler ist die Überdosierung. Zu viel Öl riecht nicht doppelt so angenehm, sondern kann unangenehm intensiv werden und Schleimhautreizungen verursachen. Die oben genannten Tropfenrichtwerte bieten eine gute Orientierung.

Wie reinigen Sie einen Diffuser richtig?

Regelmäßige Reinigung verlängert die Lebensdauer Ihres Diffusers und verhindert Keimbildung im Wassertank. Ätherische Öle besitzen zwar antibakterielle Eigenschaften – Laboruntersuchungen zeigen, dass Bakterien wie MRSA in ätherischem Thymian- und Zitronenöl nach 30 Minuten nicht mehr nachweisbar waren.[8] Trotzdem kann sich in stehendem Wasser über Nacht ein Biofilm bilden, wenn der Tank nicht geleert wird.

Reinigung nach jeder Nutzung (2 Minuten)

Leeren Sie den Restwassser nach jeder Nutzung vollständig aus. Wischen Sie den Tank mit einem weichen, fusselfreien Tuch aus. Lassen Sie das Gerät mit geöffnetem Deckel trocknen. Dieser Schritt allein reduziert die Keimbelastung erheblich.

Wöchentliche Grundreinigung

Füllen Sie den Tank zur Hälfte mit lauwarmem Wasser und einem Teelöffel weißem Essig oder Zitronensäure (5 g pro 100 ml). Lassen Sie den Diffuser 5–10 Minuten laufen, damit die Lösung die Ultraschallmembran erreicht. Leeren Sie den Tank, spülen Sie ihn mit klarem Wasser aus und trocknen Sie alle Teile gründlich. Der Essig löst Kalkablagerungen und Ölrückstände, die sich an der Membran festsetzen und die Nebelleistung verringern können.

Kalkablagerungen vermeiden

Verwenden Sie destilliertes oder gefiltertes Wasser statt Leitungswasser, wenn Ihr Leitungswasser einen hohen Härtegrad hat (über 14 °dH). Kalkablagerungen auf der Ultraschallmembran verringern die Schwingungseffizienz und damit die Nebelleistung spürbar. In Regionen mit weichem Wasser (unter 8 °dH) ist normales Leitungswasser unbedenklich.

Vernebler reinigen

Bei Verneblern ohne Wassertank genügt es, die Glasdüse alle 1–2 Wochen in 90-prozentigem Isopropylalkohol für 15 Minuten einzuweichen und anschließend mit einem Pfeifenreiniger durchzufahren. So verhindern Sie, dass eingetrocknete Ölrückstände die feine Düse verstopfen.

Sicherheitshinweise für den Umgang mit Diffusern

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenstoffe. Im Diffuser korrekt dosiert, sind sie für gesunde Erwachsene unbedenklich. Drei Personengruppen verdienen jedoch besondere Aufmerksamkeit.

Diffuser und Kinder

Stellen Sie den Diffuser immer außerhalb der Reichweite von Kindern auf. Ein umgestoßenes Gerät kann ätherisches Öl verschütten, das bei Hautkontakt oder versehentlichem Verschlucken reizend bis toxisch wirkt. Für Kinder unter zwei Jahren rät die International Federation of Aromatherapists, Diffuser nur kurzzeitig (maximal 30–60 Minuten) und mit reduzierter Tropfenzahl (1–2 Tropfen) in gut belüfteten Räumen zu nutzen.[9] Kräftige Öle wie Eukalyptus (Cineol-Chemotyp) und Pfefferminz sollten bei Kleinkindern gar nicht im Gesichtsbereich diffusen werden – der hohe 1,8-Cineol-Gehalt kann einen Stimmritzenkrampf (Laryngospasmus) auslösen.[10] Ausführliche Altersempfehlungen und sichere Öle finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen für Kinder.

Diffuser und Haustiere – besonders Katzen

Katzen fehlen bestimmte Leberenzyme (Glucuronyltransferase), die für den Abbau vieler ätherischer Ölbestandteile nötig sind. Verbindungen wie Phenole, Ketone und Terpene können sich in der Leber anreichern und toxisch wirken.[11] Beim Diffusen lagern sich feine Öltröpfchen auf dem Fell ab – bei der Fellpflege leckt die Katze diese auf und nimmt sie oral auf. Symptome einer Vergiftung reichen von Speicheln, Erbrechen und Lethargie bis hin zu Atemnot und Leberschäden.[12]

Wenn Sie trotzdem diffusen möchten, begrenzen Sie die Laufzeit auf 15–30 Minuten, sorgen Sie für gute Belüftung und lassen Sie der Katze immer einen Fluchtweg aus dem Raum. Meiden Sie Teebaumöl, Pfefferminzöl, Nelkenöl, Zimtöl und alle phenolreichen Öle komplett. Einen umfassenden Überblick giftiger und verträglicher Öle bietet der Ratgeber zu ätherischen Ölen und Katzen.

Überdosierung in geschlossenen Räumen vermeiden

Zu viele Tropfen in einem kleinen, schlecht belüfteten Raum können bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schleimhautreizungen auslösen. Asthmatiker und Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen sollten ätherische Öle im Diffuser mit besonderer Vorsicht verwenden und im Zweifel ärztlichen Rat einholen. Eine Übersicht aller Nebenwirkungen und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.

Nur naturreine ätherische Öle verwenden

Für den Diffuser eignen sich ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Synthetische Duftöle oder naturidentische Parfümöle können unbekannte chemische Zusätze enthalten, die beim Vernebeln eingeatmet werden und die Atemwege reizen. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber. Den Unterschied zwischen Duftölen und ätherischen Ölen erläutert der Vergleichsartikel Duftöl vs. ätherisches Öl.

Diffuser, Duftlampe oder Raumspray – was ist besser?

Der Diffuser ist nur eine von mehreren Methoden zur Raumbeduftung mit ätherischen Ölen. Wer eine offene Flamme und heißes Wasser vermeiden möchte, ist mit einem Ultraschall-Diffuser oder Vernebler am besten beraten. Die klassische Duftlampe mit Teelicht hat ihren eigenen Charme, verändert aber durch die Hitzentwicklung das Duftprofil der Öle. Einen direkten Vergleich beider Gerätetypen finden Sie im Ratgeber zur Duftlampe für ätherische Öle.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ein Diffuser am Stück laufen?

Ein Diffuser für ätherische Öle sollte in Intervallen von 30–60 Minuten betrieben werden, gefolgt von einer ebenso langen Pause. Dauerbetrieb über mehrere Stunden erhöht die Ölkonzentration in der Raumluft unnötig und kann bei empfindlichen Personen Kopfschmerzen oder Schleimhautreizungen verursachen. Die Nase gewöhnt sich zudem rasch an einen konstanten Duft (olfaktorische Adaptation), wodurch Sie das Öl kaum noch wahrnehmen, obwohl die Konzentration weiter steigt.

Kann ich Leitungswasser im Ultraschall-Diffuser verwenden?

Ja, in Regionen mit weichem Wasser (unter 8 °dH) ist normales Leitungswasser unbedenklich. Bei hartem Wasser (über 14 °dH) empfiehlt sich destilliertes oder gefiltertes Wasser, da sich Kalkablagerungen auf der Ultraschallmembran bilden und die Nebelleistung verringern können. Die Keimbelastung unterscheidet sich laut Praxistests kaum zwischen Leitungs- und destilliertem Wasser, solange Sie den Tank nach jeder Nutzung leeren und trocknen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Ultraschall-Diffuser und einem Vernebler?

Der Hauptunterschied liegt im Medium: Ultraschall-Diffuser benötigen Wasser, in das Sie das ätherische Öl geben – eine Ultraschallmembran zerstäubt das Gemisch als feinen Kaltnebel. Vernebler (Nebulizer) arbeiten ohne Wasser und zerstäuben das reine Öl per Druckluft. Vernebler liefern deshalb eine höhere Duftkonzentration und eignen sich für große Räume, verbrauchen aber mehr Öl und sind lauter. Ultraschall-Diffuser sind leiser, günstiger und befeuchten nebenbei die Luft.

Sind Diffuser für ätherische Öle sicher für Katzen?

Katzen sind besonders empfindlich gegenüber ätherischen Ölen, weil ihnen ein wichtiges Leberenzym (Glucuronyltransferase) zur Verstoffwechselung fehlt. Viele Tierärzte raten dazu, in Haushalten mit Katzen gar nicht zu diffusen. Wenn Sie es dennoch tun, begrenzen Sie die Laufzeit auf 15–30 Minuten, lüften Sie gut und stellen Sie sicher, dass die Katze den Raum jederzeit verlassen kann. Teebaumöl, Pfefferminzöl, Nelkenöl und Zimtöl gelten als besonders gefährlich für Katzen.

Darf ich Duftöle im Diffuser verwenden?

Nein. Im Diffuser sollten Sie ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle verwenden. Synthetische Duftöle oder Parfümöle können chemische Zusatzstoffe enthalten, die beim Vernebeln eingeatmet werden und die Atemwege reizen können. Naturreine ätherische Öle erkennen Sie an der Angabe des botanischen Namens, des Herkunftslandes und idealerweise an einem GC/MS-Prüfzertifikat auf dem Etikett.

Quellen

  1. Hedigan, F., Sheridan, H., & Boylan, F. (2023). Benefit of inhalation aromatherapy as a complementary treatment for stress and anxiety in a clinical setting – A systematic review. Complementary Therapies in Clinical Practice, 52, 101750. doi:10.1016/j.ctcp.2023.101750
  2. Grand View Research. (2024). U.S. Aromatherapy Diffusers Market Size, Share & Trends Analysis Report By Product (Ultrasonic, Nebulizer, Heat, Evaporative), By Application, And Segment Forecasts, 2024–2030.
  3. Cui, J., Li, M., Wei, Y., Li, H., He, X., Yang, Q., et al. (2022). Inhalation Aromatherapy via Brain-Targeted Nasal Delivery: Natural Volatiles or Essential Oils on Mood Disorders. Frontiers in Pharmacology, 13, 860043. doi:10.3389/fphar.2022.860043
  4. Turek, C., & Stintzing, F. C. (2013). Stability of Essential Oils: A Review. Comprehensive Reviews in Food Science and Food Safety, 12(1), 40–53. doi:10.1111/1541-4337.12006
  5. Yao, Y., Zhao, H., & Sun, Y. (2022). Measurement and application of essential oil release from an ultrasonic aromatherapy diffuser. Building and Environment, 222, 109390. doi:10.1016/j.buildenv.2022.109390
  6. Tisserand, R., & Young, R. (2014). Essential Oil Safety: A Guide for Health Care Professionals (2nd ed.). Churchill Livingstone/Elsevier.
  7. Dalton, P. (2000). Psychophysical and Behavioral Characteristics of Olfactory Adaptation. Chemical Senses, 25(4), 487–492. doi:10.1093/chemse/25.4.487
  8. PRIMAVERA Qualitätssicherung / Trunzer, G. (2023). Mikrobiologische Untersuchung zur Keimbelastung in Ultraschall-Diffusern und Aromabrunnen. Interner Praxistest, zitiert nach MAKASA.org.
  9. International Federation of Aromatherapists (IFA). (2022). Aromatherapy with Children Guidelines. London: IFA Publications.
  10. European Medicines Agency (EMA). (2024). Assessment report on 1,8-cineole-containing essential oils used in paediatric populations. EMA/HMPC/2024.
  11. Court, M. H. (2013). Feline Drug Metabolism and Disposition: Pharmacokinetic Evidence for Species Differences and Molecular Mechanisms. Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice, 43(5), 1039–1054. doi:10.1016/j.cvsm.2013.05.002
  12. Bailey, M. (2022). Diffused oils and cats – respiratory and hepatic risks. Texas A&M College of Veterinary Medicine & Biomedical Sciences, VMBS News.