Ätherische Öle bei Akne setzen an den drei zentralen Ursachen unreiner Haut an: Sie hemmen das Wachstum von Cutibacterium acnes (früher Propionibacterium acnes), reduzieren Entzündungen in verstopften Poren und regulieren bei bestimmten Chemotypen die Talgproduktion. Besonders Teebaumöl ist klinisch gut untersucht – ein 5-prozentiges Gel zeigte in randomisierten Studien eine vergleichbare Wirksamkeit wie 5 % Benzoylperoxid, bei deutlich weniger Nebenwirkungen.[1]
Neben Teebaumöl gewinnen weitere ätherische Öle an Bedeutung: Manukaöl übertrifft Teebaumöl in vitro beim Abtöten von Akne-Bakterien, Thymianöl zeigt in Nanoemulsionen eine Wirkung, die mit dem Antibiotikum Clindamycin vergleichbar ist, und Palmarosaöl vereint antibakterielle mit entzündungshemmenden Eigenschaften. Dieser Ratgeber fasst die aktuelle Studienlage zusammen und liefert praxiserprobte Rezepte für die gezielte Anwendung bei Akne.

Sie erfahren, welche sechs ätherischen Öle die besten Belege für die Behandlung von Akne mitbringen, wie Sie diese sicher verdünnt anwenden und welche Trägeröle sich für unreine Haut eignen. Vier Rezepte – vom SOS-Tupfer über ein klärendes Gesichtsöl bis zum Anti-Pickel-Roll-On – lassen sich sofort umsetzen.
Auf einen Blick
- Teebaumöl – stärkste Evidenz: Ein 5-prozentiges Gel reduziert entzündliche und nicht-entzündliche Akne-Läsionen vergleichbar mit 5 % Benzoylperoxid – bei weniger Hautreizungen.[1]
- Manukaöl – potenter Keim-Killer: Die minimale Hemmkonzentration (MHK) gegen C. acnes liegt bei 0,03–0,07 %, das Öl wirkt damit in deutlich geringeren Konzentrationen als Teebaumöl.[3]
- Thymianöl – vielversprechende Forschung: Als Nanoemulsion hemmte Thymianöl Akne-Bakterien und Entzündungen stärker als Clindamycin im Tiermodell.[4]
- Lavendelöl – entzündungshemmend: Linalool und Linalylacetat senken proinflammatorische Zytokine und beruhigen gereizte Haut.[6]
- Verdünnung beachten: Für die Gesichtshaut ätherische Öle auf maximal 1–2 % in einem nicht komedogenen Trägeröl verdünnen.
- Kein Ersatz für ärztliche Therapie: Bei mittelschwerer bis schwerer Akne gehört die Behandlung in die Hände eines Dermatologen.
Wie entsteht Akne? Die drei Schlüsselfaktoren
Akne vulgaris entsteht durch ein Zusammenspiel dreier Prozesse. Zunächst produzieren die Talgdrüsen unter dem Einfluss von Androgenen übermäßig viel Sebum. Dieser überschüssige Talg sammelt sich zusammen mit abgestorbenen Hornzellen im Haarfollikel und bildet einen Pfropf – den Komedo. In dieser sauerstoffarmen Umgebung vermehrt sich das Bakterium Cutibacterium acnes explosionsartig. Die Bakterien spalten Triglyceride im Talg in freie Fettsäuren und setzen Enzyme frei, die eine Entzündungsreaktion auslösen. Papeln, Pusteln und in schweren Fällen Knoten oder Zysten sind die Folge.[5]
Ätherische Öle können an jedem dieser drei Punkte ansetzen: Antibakterielle Öle wie Teebaum und Manuka hemmen C. acnes direkt, entzündungshemmende Öle wie Lavendel mildern die Immunantwort, und talgregulierend wirkende Chemotypen wie Rosmarin ct. Verbenon reduzieren die Sebumproduktion. Genau diese Mehrdimensionalität macht ätherische Öle zu interessanten Kandidaten für die unterstützende Akne-Pflege.
Welche ätherischen Öle helfen bei Akne? Die Top 6 mit Wirkmechanismus
Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) – der Goldstandard
Teebaumöl ist das am besten untersuchte ätherische Öl bei Akne. Sein Hauptwirkstoff Terpinen-4-ol (25–48 % Anteil) zerstört die Zellmembran von C. acnes und hemmt gleichzeitig die Freisetzung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-8.[2] Die Wirkung ist also antibakteriell und entzündungshemmend zugleich.
Die Referenzstudie von Bassett et al. (1990) verglich ein 5-prozentiges Teebaumöl-Gel mit 5 % Benzoylperoxid-Lotion bei 124 Patienten mit leichter bis mittelschwerer Akne. Beide Wirkstoffe reduzierten entzündliche und nicht-entzündliche Läsionen signifikant. Der Wirkungseintritt war beim Teebaumöl langsamer, die Rate an Nebenwirkungen wie Trockenheit, Brennen und Rötung jedoch deutlich geringer.[1] Ein Review aus dem Jahr 2015 bestätigte, dass Teebaumöl-Produkte Placebo überlegen waren und im Vergleich zu Benzoylperoxid und topischen Antibiotika ähnliche Ergebnisse erzielten.[2]
Tragen Sie Teebaumöl nie unverdünnt auf. Oxidiertes Teebaumöl kann sensibilisierend wirken – achten Sie auf eine Flasche, die kühl und dunkel gelagert wurde, und verbrauchen Sie geöffnetes Öl innerhalb von sechs Monaten. Mehr dazu im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.
Manukaöl (Leptospermum scoparium) – stärker als Teebaum in vitro
Manukaöl stammt aus Neuseeland und enthält als Schlüsselinhaltsstoffe β-Triketone (Flaveson, Leptospermone, Isoleptospermone). Diese Verbindungen zerstören die Zellwand grampositiver Bakterien – darunter C. acnes, Staphylococcus aureus und S. epidermidis, also genau die drei Keime, die bei Akne eine Rolle spielen.[3]
In einer Laborstudie der University of Otago hemmte East-Cape-Manukaöl das Wachstum aller akne-assoziierten Bakterien bereits bei Konzentrationen von 0,03 % und erzielte bei 0,07 % eine vollständige Wachstumshemmung.[3] Zum Vergleich: Teebaumöl benötigt für vergleichbare Effekte gegen C. acnes Konzentrationen von etwa 1–5 %. Ein umfassendes Review aus dem Jahr 2020 bestätigte die breite antimikrobielle Wirksamkeit von Manukaöl, betonte jedoch den Bedarf an klinischen Studien am Menschen.[8]
Manukaöl ist hautverträglicher als Teebaumöl und besitzt einen angenehmeren, weicheren Geruch mit honigartiger Note. Für Akne-Haut empfiehlt sich eine Verdünnung von 0,5–1 % in einem leichten Trägeröl.
Lavendelöl (Lavandula angustifolia) – beruhigt entzündete Haut
Lavendelöl wirkt bei Akne weniger über antibakterielle Aktivität als über seine ausgeprägte entzündungshemmende Wirkung. Die Hauptinhaltsstoffe Linalool (25–38 %) und Linalylacetat (25–45 %) hemmen die NF-κB-Signalkette und reduzieren so die Ausschüttung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-α und IL-1β.[6] In Tiermodellen reduzierten Linalool und Linalylacetat Ödeme und Hautentzündungen dosisabhängig.[7]
Für Akne-Haut ist Lavendelöl eine ideale Ergänzung zu antibakteriellen Ölen wie Teebaum oder Manuka: Während diese die Bakterien bekämpfen, mildert Lavendel die Rötung und Schwellung entzündeter Pickel. Verdünnen Sie Lavendelöl auf 1–2 % für die Gesichtshaut. Es eignet sich besonders für empfindliche, zu Akne neigende Haut, da Echtes Lavendelöl als eines der mildesten ätherischen Öle gilt.
Rosmarinöl ct. Verbenon (Rosmarinus officinalis ct. verbenone) – reguliert die Talgproduktion
Rosmarin existiert in verschiedenen Chemotypen mit deutlich unterschiedlichen Eigenschaften. Für Akne-Haut ist der Verbenon-Chemotyp relevant: Er enthält 15–30 % Verbenon, ein Monoterpen-Keton, das in der Aromatherapie für seine talgregulierenden und hautregenerierenden Eigenschaften geschätzt wird. Anders als die Chemotypen Cineol und Campher wirkt Verbenon mild und ist gut hautverträglich.[9]
Die sebumregulierende Wirkung setzt an einem der Grundprobleme fettig-unreiner Haut an – der übermäßigen Talgproduktion. Rosmarinöl ct. Verbenon hemmt zudem die humane Leukozytenelastase (HLE), ein Enzym, das Hautentzündungen fördert und Kollagen abbaut. Verwenden Sie Rosmarinöl ct. Verbenon auf 0,5–1 % verdünnt im Gesichtsbereich. Rosmarin ist nicht für Schwangere, Stillende und Kinder unter 6 Jahren geeignet.
Thymianöl (Thymus vulgaris) – antimikrobielle Kraft durch Thymol
Thymianöl enthält als Hauptwirkstoffe Thymol (20–55 %) und Carvacrol (1–10 %). Thymol zerstört die Zellmembran von C. acnes und S. epidermidis, indem es die Membranpermeabilität erhöht und intrazelluläre Bestandteile freigesetzt werden. In einem Vergleich von fünf ätherischen Ölen zeigte Thymianöl die stärkste antimikrobielle und Anti-Biofilm-Wirkung gegen Akne-Bakterien.[4]
Eine 2022 in Microorganisms publizierte Studie formulierte Thymianöl als Nanoemulsion und testete es im Akne-Tiermodell. Das Ergebnis: Die Nanoemulsion hemmte die Entzündung um über 80 % (Clindamycin: 55 %) und reduzierte den NF-κB-Spiegel um das Fünffache gegenüber der unbehandelten Kontrolle.[4] Klinische Studien am Menschen stehen noch aus, die In-vitro- und Tiermodelldaten sind jedoch vielversprechend.
Thymianöl ist ein starkes Öl, das die Haut reizen kann. Verwenden Sie es im Gesicht auf maximal 0,5–1 % verdünnt, idealerweise in Kombination mit milderen Ölen wie Lavendel.
Palmarosaöl (Cymbopogon martinii) – sanft und effektiv
Palmarosaöl enthält 70–85 % Geraniol, ein Monoterpenol mit nachgewiesener antibakterieller, entzündungshemmender und antioxidativer Wirkung. In einer 2021 publizierten Studie hemmte Palmarosaöl das Wachstum von C. acnes mit einer minimalen Hemmkonzentration von 16 µl/ml und senkte gleichzeitig die Spiegel der Entzündungsmarker TNF-α, IL-12 und IL-8.[10] Bemerkenswert: Das Öl hemmte auch die Tyrosinase – ein Enzym, das für postinflammatorische Hyperpigmentierung nach Akne verantwortlich ist.
Palmarosaöl gilt als eines der hautfreundlichsten ätherischen Öle. Es kann bis zu einer Konzentration von 5 % hautverträglich eingesetzt werden, für das Gesicht empfehlen sich 1–2 %. Sein angenehm rosiger Duft macht es zu einer beliebten Alternative für Menschen, die den medizinischen Geruch von Teebaumöl nicht mögen.
Vergleichstabelle: Ätherische Öle bei Akne im Überblick
| Ätherisches Öl | Hauptwirkstoff | Wirkmechanismus bei Akne | Evidenzlevel | Verdünnung Gesicht |
|---|---|---|---|---|
| Teebaumöl | Terpinen-4-ol | Antibakteriell + entzündungshemmend | Klinische Studien (RCTs) | 2–5 % |
| Manukaöl | β-Triketone | Stark antibakteriell (Zellwandzerstörung) | In-vitro-Studien | 0,5–1 % |
| Lavendelöl | Linalool, Linalylacetat | Entzündungshemmend (NF-κB-Hemmung) | In-vitro + Tiermodell | 1–2 % |
| Rosmarinöl ct. Verbenon | Verbenon | Talgregulierend + HLE-Hemmung | Traditionell + in vitro | 0,5–1 % |
| Thymianöl | Thymol, Carvacrol | Stark antimikrobiell + Anti-Biofilm | In-vitro + Tiermodell | 0,5–1 % |
| Palmarosaöl | Geraniol | Antibakteriell + entzündungshemmend + Anti-Pigmentierung | In-vitro-Studie | 1–2 % |
Was sagen die Studien? Ätherische Öle gegen Akne in der Forschung
Die Studienlage zu ätherischen Ölen bei Akne ist für ein naturheilkundliches Mittel ungewöhnlich solide – zumindest bei Teebaumöl. Für die anderen Öle dominieren Laborstudien, die erste vielversprechende Ergebnisse liefern.
Teebaumöl vs. Benzoylperoxid (Bassett et al., 1990): Diese Pionierstudie mit 124 Patienten ist nach wie vor eine der wichtigsten Referenzen. 5 % Teebaumöl-Gel und 5 % Benzoylperoxid-Lotion reduzierten entzündliche und nicht-entzündliche Läsionen signifikant. Teebaumöl wirkte langsamer, verursachte aber weniger Trockenheit, Juckreiz und Brennen.[1]
Review: Teebaumöl bei Akne (Hammer, 2015): Dieses systematische Review wertete sieben klinische Studien aus und kam zu dem Schluss, dass Teebaumöl-Produkte Placebo überlegen waren und vergleichbar mit Standardbehandlungen wie Benzoylperoxid oder topischem Erythromycin wirkten. Die antibakterielle und entzündungshemmende Doppelwirkung wurde als wahrscheinlicher Wirkmechanismus identifiziert.[2]
Thymianöl-Nanoemulsion (Abdelhamed et al., 2022): Von fünf getesteten ätherischen Ölen (Teebaum, Nelke, Thymian, Minze, Basilikum) zeigte Thymianöl die stärkste Wirkung gegen C. acnes und S. epidermidis. Die Nanoemulsion reduzierte im Akne-Tiermodell die Entzündung um mehr als 80 % und die Bakterienlast vergleichbar mit Clindamycin.[4]
Palmarosaöl gegen C. acnes (2021): Die Studie belegte erstmals die multifaktorielle Anti-Akne-Wirkung von Palmarosaöl: antibakteriell (MHK: 16 µl/ml), entzündungshemmend (Senkung von TNF-α, IL-12, IL-8) und antioxidativ – bei gleichzeitig guter Hautverträglichkeit.[10]
Manukaöl (University of Otago, 1998; Review Mathew et al., 2020): Die neuseeländische Studie wies nach, dass Manukaöl alle akne-relevanten Bakterien bereits bei Konzentrationen von 0,03–0,07 % hemmt.[3] Ein umfassendes Review bestätigte 2020 die breite antimikrobielle Wirkung, mahnte aber klinische Studien an.[8]
Welche Trägeröle eignen sich für Akne-Haut?
Jojobaöl ist streng genommen ein Flüssigwachs, das dem menschlichen Hauttalg in seiner Struktur ähnelt – es ist nicht komedogen und verstopft die Poren nicht, was es zum idealen Träger für Akne-Haut macht. Traubenkernöl ist ein weiteres leichtes, schnell einziehendes Öl mit einem hohen Linolsäureanteil, der unreiner Haut zugutekommen kann. Einen vollständigen Vergleich aller Trägeröle nach Hauttyp und Komedogenität finden Sie im Ratgeber zu Trägerölen.
Praxis-Rezepte: Ätherische Öle gegen Akne richtig anwenden
Verwenden Sie für alle Rezepte ausschließlich 100 % naturreine ätherische Öle. Woran Sie echte Qualität erkennen, erklärt der Qualitätsratgeber. Führen Sie vor der ersten Anwendung im Gesicht stets einen Verträglichkeitstest in der Armbeuge durch.
SOS-Tupfer bei einzelnen Pickeln
Dieser Tupfer eignet sich für einzelne, entzündete Pickel. Mischen Sie 1 Tropfen Teebaumöl mit 9 Tropfen Jojobaöl (ergibt eine Konzentration von ca. 10 % – nur punktuell auf den Pickel auftragen, nicht großflächig). Tauchen Sie ein Wattestäbchen in die Mischung und tupfen Sie den Pickel abends nach der Gesichtsreinigung damit ab. Die antibakterielle Wirkung des Terpinen-4-ol bekämpft die Bakterien direkt an der Entzündungsstelle. Wiederholen Sie die Anwendung täglich, bis die Entzündung abklingt. Bei empfindlicher Haut reduzieren Sie auf 1 Tropfen Teebaumöl zu 19 Tropfen Jojobaöl (ca. 5 %).
Anti-Akne-Gesichtsöl für die tägliche Pflege
Dieses leichte Gesichtsöl eignet sich als Nachtpflege für unreine, zu Akne neigende Haut. Füllen Sie 30 ml Jojobaöl in eine dunkle Glasflasche. Geben Sie folgende ätherische Öle dazu:
- 4 Tropfen Teebaumöl (antibakteriell)
- 3 Tropfen Lavendelöl (entzündungshemmend, beruhigend)
- 2 Tropfen Palmarosaöl (antibakteriell, hautpflegend)
Das ergibt eine Gesamtkonzentration von ca. 1,5 %. Verschließen Sie die Flasche und schwenken Sie sie vor jeder Anwendung. Tragen Sie abends 3–4 Tropfen auf das gereinigte Gesicht auf und massieren Sie das Öl sanft ein. Jojobaöl hinterlässt keinen fettigen Film und reguliert die hauteigene Talgproduktion.
Klärendes Gesichtsdampfbad bei unreiner Haut
Ein Dampfbad öffnet die Poren und ermöglicht den ätherischen Ölen, tief in die Haut einzudringen. Geben Sie in eine Schüssel mit heißem Wasser (ca. 70 °C, nicht kochend) folgende Öle:
- 2 Tropfen Teebaumöl
- 1 Tropfen Rosmarinöl ct. Verbenon
- 1 Tropfen Lavendelöl
Halten Sie Ihr Gesicht im Abstand von ca. 30 cm über die Schüssel und legen Sie ein Handtuch über den Kopf. Atmen Sie 5–8 Minuten lang ruhig durch die Nase. Spülen Sie das Gesicht anschließend mit lauwarmem Wasser und tragen Sie das Anti-Akne-Gesichtsöl auf. Wenden Sie das Dampfbad 1–2 Mal pro Woche an. Eine vollständige Anleitung aller Inhalationsmethoden finden Sie im Ratgeber zum Inhalieren ätherischer Öle.
Anti-Pickel-Roll-On für unterwegs
Ein Roll-On ermöglicht die punktgenaue Anwendung bei einzelnen Unreinheiten – praktisch für unterwegs oder im Büro. Füllen Sie eine 10-ml-Roll-On-Flasche mit Jojobaöl und geben Sie dazu:
- 3 Tropfen Teebaumöl
- 2 Tropfen Manukaöl
- 2 Tropfen Lavendelöl
- 1 Tropfen Thymianöl
Das ergibt eine Konzentration von ca. 4 % – geeignet für die punktuelle Anwendung auf einzelnen Pickeln. Rollen Sie den Roll-On 2–3 Mal täglich direkt auf die Unreinheit. Vermeiden Sie großflächiges Auftragen, da die Konzentration für eine Ganztagesbehandlung des gesamten Gesichts zu hoch ist. Durch die Kombination von Teebaum- und Manukaöl greifen Sie C. acnes doppelt an, Lavendel beruhigt die Rötung und Thymianöl verstärkt den antimikrobiellen Effekt.
Sicherheit und Dosierung bei Akne-Haut
Teebaumöl gehört zu den ätherischen Ölen, die bei unsachgemäßer Lagerung oxidieren und dann allergische Kontaktdermatitis auslösen können. Lagern Sie es stets kühl und dunkel, verwenden Sie geöffnete Flaschen innerhalb von sechs Monaten und ersetzen Sie Öl, das ranzig riecht oder sich verfärbt hat. Ausführliche Informationen zu allen Sicherheitsregeln und Kontraindikationen finden Sie im Ratgeber zu Nebenwirkungen ätherischer Öle.
Die Gesichtshaut ist dünner und empfindlicher als die Haut am Körper. Verwenden Sie dort grundsätzlich niedrigere Konzentrationen: 1–2 % für großflächige Anwendung, 5–10 % nur punktuell auf einzelnen Pickeln. Die genauen Verdünnungsverhältnisse für verschiedene Anwendungen und Altersgruppen finden Sie im Dosierungsratgeber.
Bei mittelschwerer bis schwerer Akne, bei zystischer Akne oder bei Akne, die auf natürliche Behandlungen nicht anspricht, konsultieren Sie einen Dermatologen. Ätherische Öle sind eine unterstützende Maßnahme – kein Ersatz für eine ärztliche Therapie.
Abgrenzung zu ähnlichen Hautproblemen
Akne unterscheidet sich von anderen Hauterkrankungen, die ähnlich aussehen können, aber andere Ursachen und Behandlungsansätze erfordern. Rosacea zeigt Rötungen und Papeln vor allem in der Gesichtsmitte, wird aber durch Gefäßreaktionen ausgelöst – ätherische Öle können Rosacea verschlimmern und sollten nur nach ärztlicher Rücksprache eingesetzt werden. Für bestehende Aknenarben, die nach der Abheilung zurückbleiben, sind andere Öle und Methoden wirksam – eine vollständige Anleitung finden Sie im Ratgeber zu ätherischen Ölen bei Narben. Wer ätherische Öle bei Neurodermitis oder Ekzemen einsetzen möchte, findet passende Empfehlungen im Neurodermitis-Ratgeber. Eine Übersicht aller Einsatzgebiete ätherischer Öle für die Haut bietet der Haut-Ratgeber.
Häufige Fragen
Kann ich Teebaumöl pur auf Pickel auftragen?
Teebaumöl sollte nicht unverdünnt auf die Haut aufgetragen werden – auch nicht auf einzelne Pickel. Unverdünntes Teebaumöl kann die Haut reizen und bei wiederholter Anwendung eine Kontaktallergie auslösen. Verdünnen Sie Teebaumöl mindestens auf 5 % in einem Trägeröl wie Jojobaöl, bevor Sie es punktuell auftragen. Für großflächige Anwendung im Gesicht liegt die empfohlene Konzentration bei 1–2 %.
Wie schnell wirken ätherische Öle bei Akne?
Die klinische Studie zu Teebaumöl zeigte erste messbare Verbesserungen nach etwa vier Wochen regelmäßiger Anwendung. Benzoylperoxid wirkte schneller, aber nach drei Monaten waren die Ergebnisse vergleichbar. Geduld ist bei der natürlichen Akne-Behandlung entscheidend. Wenden Sie Ihr gewähltes Öl mindestens sechs bis acht Wochen konsequent an, bevor Sie die Wirksamkeit beurteilen.
Sind ätherische Öle komedogen – verstopfen sie die Poren?
Ätherische Öle werden in so geringen Konzentrationen angewendet (1–5 %), dass sie selbst die Poren nicht verstopfen. Entscheidend ist das Trägeröl: Jojobaöl und Traubenkernöl sind nicht komedogen und eignen sich für Akne-Haut. Schwere Öle wie Kokosöl oder Weizenkeimöl sollten Sie bei unreiner Haut meiden. Eine ausführliche Übersicht bietet der Ratgeber zu komedogenen und nicht komedogenen Ölen.
Welches ätherische Öl ist das beste gegen Akne?
Teebaumöl hat die beste Studienlage und ist das einzige ätherische Öl mit klinischen Studien am Menschen speziell für Akne. Es ist daher die erste Wahl. Manukaöl zeigt in Laborstudien eine stärkere antibakterielle Wirkung, wurde aber noch nicht in klinischen Studien an Akne-Patienten getestet. Eine Kombination aus Teebaumöl (antibakteriell) und Lavendelöl (entzündungshemmend) deckt zwei der drei Akne-Ursachen ab und ist ein praxiserprobter Einstieg.
Können ätherische Öle Akne verschlimmern?
Ja, das ist möglich – vor allem bei falscher Anwendung. Zu hohe Konzentrationen reizen die Haut und können die Entzündung verstärken. Oxidiertes Teebaumöl kann Kontaktallergien auslösen. Einige Menschen reagieren empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe wie Linalool oder Geraniol. Führen Sie deshalb vor der ersten Gesichtsanwendung immer einen 24-stündigen Verträglichkeitstest in der Armbeuge durch und beginnen Sie mit niedrigen Konzentrationen.
Quellen
- Bassett, I. B., Barnetson, R. St. C., & Pannowitz, D. L. (1990). A comparative study of tea-tree oil versus benzoylperoxide in the treatment of acne. Medical Journal of Australia, 153(8), 455–458. doi:10.5694/j.1326-5377.1990.tb126150.x
- Hammer, K. A. (2015). Treatment of acne with tea tree oil (melaleuca) products: A review of efficacy, tolerability and potential modes of action. International Journal of Antimicrobial Agents, 45(2), 106–110. doi:10.1016/j.ijantimicag.2014.10.011
- University of Otago, Department of Microbiology (1998). Antibacterial activity of East Cape Manuka essential oil against bacteria associated with acne vulgaris. Unveröffentlichter Forschungsbericht, Dunedin, Neuseeland.
- Abdelhamed, F. M., Abdeltawab, N. F., ElRakaiby, M. T., Shamma, R. N., & Moneib, N. A. (2022). Antibacterial and Anti-Inflammatory Activities of Thymus vulgaris Essential Oil Nanoemulsion on Acne Vulgaris. Microorganisms, 10(9), 1874. doi:10.3390/microorganisms10091874
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- Luqman, S., et al. (2021). Insights into the mechanism of Cymbopogon martinii essential oil in topical therapy of acne vulgaris. Future Microbiology, 16(15), 1165–1178. doi:10.2217/fmb-2021-0039